Burgplatz in Düsseldorf: Schlossturm und Rheinblick
Der Burgplatz bündelt auf engem Raum drei Seiten Düsseldorfs: die mittelalterliche Burg an der Düssel, das bergische Residenzschloss und den Übergang der Altstadt zum Rhein. Der erhaltene Schlossturm markiert den früheren Schlossstandort; daneben öffnet sich der Platz zur Uferpromenade. Für einen Rundgang ist er deshalb zugleich Geschichtsort, Orientierungspunkt und Verbindung zwischen Gassen und Fluss.
Von der Burg zum bergischen Residenzschloss
Eine Burganlage an der Düssel ist seit dem Mittelalter belegt. Im Jahr 1510 zerstörte ein Brand die Anlage. An ihrer Stelle entstand ein Renaissanceschloss, das Düsseldorf als Residenz der Grafen und späteren Herzöge von Berg prägte. Der runde Nordturm aus der Mitte des 16. Jahrhunderts ragte über die Schlossgebäude hinaus und ist heute der sichtbare Rest dieser Anlage. Die Residenzgeschichte lässt sich so am Ort selbst ablesen: Der Turm bezeichnet die Stelle, an der sich Herrschaft, Verwaltung und Stadtentwicklung über lange Zeit begegneten.
Das Schloss wurde mehrfach verändert und nach einem Brand 1872 nur teilweise wiederhergestellt. Die Ruine blieb fast zwei Jahrzehnte stehen. Am 27. Mai 1889 begannen die Abbrucharbeiten. Der Turm blieb erhalten; 1909 wurde sein Abriss noch einmal diskutiert. Heute beherbergt er das SchifffahrtMuseum.
Der Schlossturm als Blickpunkt am Rhein
Vom Platz aus lässt sich die Lage des früheren Schlosses zwischen Altstadt und Fluss gut erfassen. Der Turm bildet einen hohen, runden Akzent vor der offenen Rheinfläche; die niedrigen Altstadthäuser und die Kirchtürme geben dem Blick einen anderen Maßstab. Am Ufer wechseln sich Treppen, Promenade und Anlegestellen ab. Dieser Wechsel macht den Burgplatz zu einer Stelle, an der sich der städtische Alltag und die Schifffahrtsgeschichte räumlich berühren. Die Rheinuferpromenade verlängert den Spaziergang in südlicher Richtung; die Gassen führen zurück in das dichte Straßennetz der Altstadt.
Im Turm erzählt das SchifffahrtMuseum von der Entwicklung der Schifffahrt auf dem Rhein. Der Ort verknüpft dadurch die Geschichte des Schlosses mit dem Strom als Verkehrsweg. Der Burgplatz ist auch ohne Museumsbesuch lesbar: Der erhaltene Turm zeigt, welches Gebäude früher die Silhouette bestimmte, während die heutige Uferkante den Blick auf den Rhein freigibt. Wer den Museumsbesuch einplant, kann den Platz als Auftakt nutzen und anschließend die Ausstellung im historischen Bau ansehen.
Altstadtgassen, Rathaus und Stadterhebung verbinden
Östlich schließen die Altstadtgassen an, über die sich das Rathaus und der Marktplatz erreichen lassen. Dort stehen das historische Rathaus und das Jan-Wellem-Denkmal für eine andere Schicht der Stadtgeschichte. Direkt am Burgplatz erinnert das Stadterhebungsmonument an die Stadterhebung von 1288. Der Schlossturm erschließt dagegen die spätere Residenz- und Schifffahrtsgeschichte. Die drei Orte liegen nahe beieinander, erzählen aber unterschiedliche Abschnitte der Entwicklung.
Als größere Einordnung bietet sich der Rundgang durch Düsseldorfs Altstadt an. Er führt die einzelnen Plätze, Kirchen und Gassen zu einem zusammenhängenden Stadtbild zusammen. Am Burgplatz beginnt dieser Weg unmittelbar am Rhein: Vom offenen Platz geht es in wenigen Schritten in die schmaleren Straßen, während die Uferpromenade eine zweite, flussbezogene Route eröffnet.