Rathaus und Marktplatz in Düsseldorf
Rathaus, Marktplatz und Jan-Wellem-Denkmal liegen unmittelbar beieinander und verbinden drei Aspekte Düsseldorfs: kommunale Verwaltung, städtischen Marktraum und die Zeit als bergische Residenz. Der Marktplatz gehört zur Altstadt und öffnet sich zwischen Rathausfassade und den umliegenden Häusern. Das Reiterstandbild des Kurfürsten Johann Wilhelm II., meist Jan Wellem genannt, setzt einen weithin sichtbaren Akzent. Wer hier beginnt, kann auf wenigen Wegen vom politischen Zentrum der heutigen Stadt zu den baulichen Spuren früherer Herrschaft gelangen.
Das Alte Rathaus am Markt
Das Rathaus entstand zwischen 1570 und 1573. Der Duisburger Maurermeister Heinrich Tussmann errichtete den Bau am Marktplatz; eine Beteiligung des Renaissancearchitekten Alexander Pasqualini wird als Möglichkeit überliefert. Das Gebäude ersetzte einen älteren Bau, der den Anforderungen der Stadt nicht mehr genügte. Seine Architektur steht zwischen Spätgotik und Renaissance und macht die Entwicklung des städtischen Zentrums in der frühen Neuzeit greifbar.
Das Haus blieb über Jahrhunderte in Gebrauch und wurde mehrfach verändert. Im 18. Jahrhundert gestaltete Johann Joseph Couven den Eingangsbereich im Barockstil um. Im 19. Jahrhundert kamen Erweiterungen hinzu; Zerstörungen des 20. Jahrhunderts machten weitere Eingriffe erforderlich. Der heute sichtbare Rathauskomplex umfasst deshalb verschiedene Bauzeiten. Ein Rundgang durch die Altstadt verbindet den Platz mit dem historischen Stadtkern.
Jan Wellem und das Reiterstandbild
Das bronzene Denkmal zeigt Kurfürst Johann Wilhelm in Rüstung auf einem ruhig schreitenden Pferd. Gabriel de Grupello, der Hofbildhauer Jan Wellems, schuf das Werk; es wurde 1711 noch zu Lebzeiten des Kurfürsten auf dem Marktplatz aufgestellt. Jan Wellem regierte die niederrheinischen Herzogtümer ab 1679 und förderte in Düsseldorf Musik, Malerei und Kunsthandwerk. Das Standbild erinnert dadurch an die Zeit, in der der Hof Künstler und Fachleute in die Stadt zog.
Auch die Entstehung des Sockels gehört zur Geschichte des Denkmals. Er wurde später von Adolph von Vagedes gestaltet und aus städtischen Mitteln bezahlt. Die lateinische Inschrift bezieht sich auf diesen Sockel; die städtische Finanzierung betraf diese spätere Ergänzung. Eine solche Unterscheidung erklärt, warum Sockel und Bronzefigur unterschiedlichen Entstehungsphasen angehören. Mehr zur kulturellen Residenzzeit bietet Jan Wellem und die Residenzstadt.
Marktplatz als Ausgangspunkt in der Altstadt
Der Marktplatz ist ein guter Orientierungspunkt für einen Rundgang, weil sich von hier mehrere historische Orte zu Fuß verbinden lassen. Südlich schließen Altstadtgassen an, nördlich führt der Weg in Richtung Burgplatz und Rhein. Die Geschichte des Burgplatzes stellt den Schlossturm und die frühere Residenzanlage in den Mittelpunkt. In Richtung Kirche liegt die Basilika St. Lambertus; ihr kirchlicher Standort reicht mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurück. Rathaus und Denkmal ergänzen diese früheren Schichten um Verwaltung und höfische Repräsentation.
Die unmittelbare Nachbarschaft macht den Platz besonders anschaulich: Das Rathaus zeigt, wo städtische Verwaltung sichtbar wird, während das Reiterdenkmal an die politische und kulturelle Bedeutung des Kurfürsten erinnert. Zusammen mit den Straßen der Altstadt entsteht ein kompakter Rundgang durch mehrere Jahrhunderte. Für den Besuch lohnt es sich, sowohl die Fassaden als auch die Position der Bauwerke im Platzraum wahrzunehmen: Rathaus und Denkmal bilden gemeinsam die repräsentative Mitte des historischen Zentrums.