Stadterhebungsmonument Düsseldorf
Das Stadterhebungsmonument am Burgplatz erinnert an den politischen Wendepunkt, mit dem Düsseldorf 1288 Stadtrechte erhielt. Bert Gerresheim schuf die Bronzeplastik 1988 zur 700-Jahr-Feier der Stadt. Die vielteilige Arbeit verbindet die Gründungsgeschichte mit Bildern von Krieg, menschlichem Leid und dem Alltag der Bevölkerung. Ihr Standort nahe dem früheren Residenzschloss verknüpft die frühe Stadtgeschichte mit dem heutigen historischen Zentrum.
Worringen und die Stadterhebung
Am 5. Juni 1288 siegten bei der Schlacht von Worringen unter anderem Graf Adolf von Berg und die Gegner des Kölner Erzbischofs Siegfried von Westerburg. Am 14. August desselben Jahres erhob Adolf die Siedlung an der Düssel zur Stadt. Die befestigte Fläche blieb zunächst klein; die Stadtrechte stärkten jedoch Schutz und Selbstverwaltung und ermöglichten wichtige Privilegien wie das Marktrecht. Das Monument verbindet den Gründungsakt mit dem regionalen Konflikt, aus dessen Folgen sich eine eigenständige Stadt entwickelte.
Welche Motive die Bronze zusammenführt
Im linken Teil des Reliefs treffen Figuren, Waffen und leere Rüstungshüllen aufeinander. Helme und Brustpanzer wirken wie körperlose Attrappen; die kämpfenden Figuren erscheinen als entmenschlichte Raserei. Der Mönch Walter Dodde treibt die bergischen Bauern zum Kampf. Zwischen den mittelalterlichen Ausrüstungsstücken sitzt außerdem ein moderner Polizeihelm, dessen Nase als Pistole gestaltet ist. Von einem bestimmten, am Boden markierten Pflasterstein aus formen Waffen über den Köpfen der Kämpfer die Jahreszahl 1288. Diese Details verankern die Schlacht von Worringen im Datum der Stadterhebung und führen zugleich eine spätere Gegenwartsfigur in die historische Szene ein.
In einem weiteren Bildfeld halten die Hände Graf Adolfs und seiner Gemahlin Elisabeth die Siegel der Stadterhebungsurkunde. Feldfrüchte und Handwerksprodukte setzen daneben eine Markt- und Handelsszene, während ein am Spalier wachsender Weinstock für Wachstum steht. Ein Stapel stilisierter Stadtpläne führt die Entwicklung Düsseldorfs bis zu den Eingemeindungen von 1975 vor Augen, Schöffensiegel verweisen auf die Gerichtsbarkeit. Auf der kirchlichen Seite verbinden Zitate der Lambertuskirche und des Petersdoms lokale und römische Kirche. Ein Mönch nimmt einen Schrein mit den Reliquien des Stadtpatrons Apollinaris auf; gegenüber erinnert Walter Dodde an die Mobilisierung für den Kampf. Ein Rundgang erschließt diese unterschiedlichen Seiten und Bildfelder der Bronze.
Burgplatz und historische Umgebung
Der Burgplatz macht die zeitlichen Schichten der Stadt besonders anschaulich. Das Monument erinnert an die Stadterhebung des Mittelalters; der nahe Schlossturm steht für die spätere Residenzgeschichte. Schlossturm und Monument bilden am Platz ein gemeinsames Ensemble. Am Platz beginnt zugleich der Rundgang durch die Düsseldorfer Altstadt, in der mittelalterliche Stadtentwicklung, kurfürstliche Residenz und heutige Kulturorte dicht beieinanderliegen.
Ein kurzer Weg führt vom Burgplatz zum Rathaus und Marktplatz. Dort steht die städtische Verwaltungsgeschichte im Vordergrund; das Reiterstandbild Jan Wellems erinnert an die spätere kurfürstliche Epoche. Zusammen mit dem Burgplatz und Rathaus und Marktplatz entsteht ein Rundgang, der verschiedene Formen städtischer Erinnerung unterscheidet: die frühe Verleihung von Rechten, die spätere Herrschaft und die Entwicklung öffentlicher Plätze.