Hafen: MedienHafen, Becken und alte Speicher
Der Düsseldorfer Stadtteil Hafen umfasst historische Hafenbecken, Speicher, den MedienHafen und weiterhin gewerblich genutzte Wasserflächen. Die Entwicklung verlief in räumlichen Etappen: Am Berger Hafen und Zollhafen entstanden Rheinräume, Rheinturm und Landtag; Bereiche von Zollhof, Kaistraße und Handelshafen wurden für Büro-, Medien- und Freizeitnutzungen umgestaltet. Weiter westlich liegt der Wirtschaftshafen. Ein Besuch kann diese Übergänge an Becken und Kaianlagen nachvollziehen. Der Hafen gehört zum Stadtbezirk 3.
Der historische Handelshafen
Über Jahrzehnte prägten Umschlag, Speicher und gewerbliche Betriebe die Hafennutzung. Als sich die Wirtschaftsstruktur wandelte und der industrielle Güterumschlag veränderte, wurden ab den 1970er-Jahren erste Teilbereiche für neue Nutzungen geöffnet. Der Hafen blieb ein Arbeits- und Verkehrsraum, während einzelne Flächen eine neue städtische Funktion erhielten. Backsteinspeicher und Hafenbecken erinnern an den früheren Handel; Kaimauern und Wasserflächen zeigen weiterhin die technische Anlage des Gebiets.
MedienHafen und erhaltene Hafenstruktur
1976 beschloss der Stadtrat, etwa 19 Hektar Hafenfläche schrittweise umzuwandeln. Zunächst betraf dies rund zehn Hektar um Berger Hafen und Zollhafen; später folgten ungefähr neun Hektar bei Zollhof, Kaistraße und Handelshafen. Die zweite Entwicklungsphase zum MedienHafen war 2003 weitgehend abgeschlossen; für die Ausrichtung auf Medien hatte der Stadtrat 1985 den Beschluss gefasst. Bei der Umnutzung blieben Becken und Teile der Speicherstruktur erhalten. Das Handelshafenbecken wurde 1990 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt. Am Zollhof und entlang der Kaistraße stehen Neubauten neben älteren Gebäuden; die Hafenform macht die frühere Funktion weiterhin lesbar. Im MedienHafen prägen diese Bauten den Architekturspaziergang am Wasser.
Landtag und Rheinufer am Berger Hafen
Der Berger Hafen wurde während der ersten Entwicklungsphase verfüllt. Im umgestalteten Gebiet entstanden Rheinturm, Landtag Nordrhein-Westfalen, WDR-Landesstudios, ein Yachthafen und öffentliche Rheinräume. Die Standortentscheidung für den Landtag war mit dem Bau des Rheinufertunnels verbunden: Die verkehrsreiche Uferstraße sollte in einen Tunnel verlegt und das Rheinufer neu gestaltet werden. Vom Hafen aus kann ein Rundgang in Richtung Landtag und Rheinturm fortgesetzt werden. Der Landtag und der Rheinturm liegen als eigenständige Ziele im umgestalteten Uferbereich.
Wirtschaftshafen und Medienstandort
Der Wirtschaftshafen liegt weiter westlich und behält seine Rolle für Güterumschlag und hafengebundene Betriebe. Die Stadtplanung ordnet Medien- und Büronutzungen im östlichen Bereich an, während westlich die gewerblichen Hafennutzungen gesichert werden. Zwischen den Nutzungen ist eine Pufferzone vorgesehen. Dadurch stehen unterschiedliche Arbeitswelten in räumlicher Nähe: Büros, kreative Unternehmen und Gastronomie auf der einen Seite, Umschlag und Logistik auf der anderen. Die Verbindung nach Unterbilk führt zu Promenade, Landtag und weiteren Rheinorten; Unterbilk ist der benachbarte Stadtteil.
Für einen Rundgang bietet sich an, die historischen Hafenbecken und Speicher zuerst zu betrachten und danach die neueren Gebäude am Zollhof und an der Kaistraße einzubeziehen. Die Uferbereiche beim Landtag und Rheinturm bilden einen eigenen Abschnitt. So lassen sich die Umnutzungsphasen räumlich unterscheiden und der Weg nach dem Interesse an Hafentechnik, Architektur oder Rhein gestalten. Die Hafenkante vermittelt zugleich zwischen öffentlichen Wegen und den Flächen, auf denen weiterhin gewerbliche Nutzung stattfindet.