Düsseldorfer Musikgeschichte
Düsseldorfs Musikgeschichte verbindet klassische Konzerttradition mit elektronischen Experimenten, Punk und New Wave. Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert durch Musiker und Musikdirektoren wie Robert Schumann und Felix Mendelssohn geprägt; in den 1970er-Jahren entstanden mit Kraftwerk, NEU! und La Düsseldorf neue elektronische Klangwelten. Rund um Altstadt, Kunstakademie und Ratinger Straße entwickelte sich zugleich eine Punk- und New-Wave-Szene.
Konzerttradition am Ehrenhof
Der Städtische Musikverein wurde 1818 gegründet und steht für die bürgerliche Konzertkultur der Stadt. Das Planetarium am Ehrenhof entstand 1926; nach seinem Umbau wurde es 1978 als Tonhalle wiedereröffnet. Der außergewöhnliche Kuppelbau verbindet so die Geschichte eines Wissenschafts- und Vorführorts mit dem heutigen Konzertleben. Die Tonhalle steht im Zentrum der klassischen Konzerttradition, während sich andernorts neue Club- und Bandkulturen entwickelten.
Elektronische Musik und künstlerische Experimente
In den 1970er-Jahren standen Kraftwerk, NEU! und La Düsseldorf für unterschiedliche Kapitel der Düsseldorfer Popmusik. Kraftwerks früheres Kling-Klang-Studio lag an der Mintropstraße im Bahnhofsviertel; der Ort steht für die Verbindung von Bandarbeit und technischer Klangsuche. Diese Entwicklungen machten Düsseldorf zu einem international wahrgenommenen Bezugspunkt der elektronischen Musik.
Bereits ab 1967 verband das Creamcheese in der Altstadt bildende Kunst, Musik und experimentelle Aktionen. Seine ungewöhnliche Ausstattung und die künstlerische Gestaltung gehörten zum Gesamterlebnis des Clubs.
Clubs, Punk und New Wave
Die Clubkultur hatte schon in den 1960er-Jahren verschiedene Treffpunkte. Der Liverpool Club an der Graf-Adolf-Straße war in den 1960er-Jahren ein Treffpunkt der Beatmusik. Dort sammelten lokale Bands erste Bühnenerfahrungen; auch Gruppen aus dem Ausland traten auf. Das regelmäßige Programm an mehreren Abenden pro Woche und Matineen am Wochenende machte den Club zu einem wichtigen Ort der damaligen Jugendkultur. In der Altstadt entwickelte sich der Ratinger Hof zu einem wichtigen Treffpunkt der Undergroundkultur. Carmen Knoebel und Ingrid Kohlhöfer übernahmen Ende 1975 die zuvor unscheinbare Kneipe. Die radikale Neugestaltung durch den Künstler Imi Knoebel – weiße Wände und helle Neonbeleuchtung – gab dem Raum 1976 ein damals ungewöhnliches Erscheinungsbild. Studierende und Lehrende der benachbarten Kunstakademie trafen hier auf ein Publikum, das neue Musik suchte. Bands wie Wire, 999 und Pere Ubu spielten dort; im Umfeld entstanden DAF, Male, Fehlfarben und Östro 430.
Bands wie DAF, Fehlfarben und Die Toten Hosen stehen für verschiedene Entwicklungen, die sich mit der lokalen Kunst- und Clubkultur überschnitten. Die Ausstellung „Music, Makers & Machines“ von Google Arts & Culture erzählte 2021 in sechs Düsseldorf-Beiträgen von elektronischen Pionieren und prägenden Orten zwischen Ratinger Straße und Grabbeplatz. Dazu gehörten das Kling-Klang-Studio, Creamcheese und Ratinger Hof; auch der Salon des Amateurs wurde als Treffpunkt der Avantgarde vorgestellt.
Die Musikgeschichte der Stadt reicht damit von bürgerlicher Konzertpflege über Studioexperimente bis zu Clubs, in denen sich neue Stile und Szenen begegneten. Kraftwerks Düsseldorfer Musik steht für den elektronischen Strang; die Punk- und New-Wave-Szene ordnet die späteren Clubentwicklungen ein. Heute verbindet das zakk Musik mit Bühnen-, Wort- und Gesellschaftsveranstaltungen.
Der Club 3001 im MedienHafen ergänzte die älteren Treffpunkte der Altstadt um einen späteren Düsseldorfer Clubstandort.