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Stadtbezirk 9: Benrath, Rheinorte und der Düsseldorfer Süden

Stadtbezirk 9 umfasst acht Stadtteile: Wersten, Himmelgeist, Holthausen, Reisholz, Benrath, Urdenbach, Itter und Hassels. Im Süden Düsseldorfs liegen Schloss und Park Benrath, drei unterschiedliche Rheinorte, ältere Dorfkerne, Wohnquartiere und Gewerbestandorte nebeneinander. Eine sinnvolle Auswahl beginnt mit der Frage, ob Sie Schlossarchitektur, Flusslandschaft, Stadtteilgeschichte oder den Wandel von Arbeit und Wohnen in den Mittelpunkt stellen. Benrath und Himmelgeist eignen sich für einen Schwerpunkt auf Schloss und Landschaft; Urdenbach und Itter zeigen dörfliche Ortsbilder, während Wersten, Holthausen, Reisholz und Hassels andere Phasen der Stadtentwicklung sichtbar machen.

Benrath: Schlossanlage und Gartenkunst

Kurfürst Carl Theodor erteilte Nicolas de Pigage 1755 den Bauauftrag für Schloss und Gartenanlage Benrath. Das Ensemble aus Hauptgebäude, Seitenflügeln und Gartenanlage bildet einen eigenen Besuchsschwerpunkt im Süden. Die Orangerie erinnert an das ältere Wasserschloss, das dem heutigen Schloss vorausging. Schlossarchitektur und Garten erschließen sich als zusammenhängendes Ensemble: Wege, Sichtachsen und offene Gartenräume gehören zur Wirkung der Anlage. Der Stadtteil Benrath bietet darüber hinaus einen gewachsenen Ortskern, der den Ausflug über das Schlossgelände hinaus in den südlichen Stadtraum führt.

Himmelgeist und Itter: Dörfer am Rheinbogen

Himmelgeist wurde 904 erstmals urkundlich erwähnt. Die Pfarrkirche St. Nikolaus und Schloss Mickeln liegen nahe dem offenen Rheinbogen; Schloss Mickeln dient heute als Gästehaus der Heinrich-Heine-Universität. Der Park geht in die landwirtschaftlich geprägte Himmelgeister Jücht über. So lässt sich der Besuch zwischen Dorfkirche, Schlossumfeld und weitem Landschaftsblick gestalten. Im benachbarten Itter markiert die Kirche St. Hubertus den historischen Dorfmittelpunkt. Wiesen und Felder prägen den Stadtteil und geben dem Weg einen ländlicheren Charakter als den innerstädtischen Quartieren. Beide Orte eignen sich für ruhige Spaziergänge, bei denen die Siedlungskerne und die offene Rheinlandschaft zusammen gelesen werden.

Urdenbach und die Urdenbacher Kämpe

Urdenbach verbindet Fachwerkhäuser und Dorfkirchen mit dem Landschaftsraum der Urdenbacher Kämpe. Ein Wechsel des Rheinlaufs im 14. Jahrhundert ließ die Urdenbacher Kämpe als Auenlandschaft entstehen. Das Gebiet ist ein Natur- und Landschaftsziel am südlichen Stadtrand und bietet einen deutlichen Gegensatz zur Schlossanlage Benrath. Ein Besuch im Ortskern lässt sich mit Wegen am Rhein und in der Aue verbinden. Die historische Dorfstruktur vermittelt dabei einen Maßstab, der sich von den größeren Wohn- und Gewerbegebieten im übrigen Stadtbezirk unterscheidet.

Wersten, Hassels und die südlichen Grünzüge

Wersten verbindet Wohnstraßen mit Grünwegen entlang von Brückerbach und südlicher Düssel. Der Werstener Deckel führt Grünflächen über die A46 und verbindet zuvor getrennte Bereiche. Teile des Südparks liegen in Wersten; die Anlage entstand im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 1987. In Hassels folgt der frühere Hoxbach heute einem verlegten Verlauf. Ein Grünzug auf der ehemaligen Bachtrasse führt durch Wohnbereiche und bietet eine eigene Nord-Süd-Verbindung. Die Orte eignen sich besonders, um zu sehen, wie Freiräume und Verkehrsprojekte in dicht bebauten Quartieren neue Wegebeziehungen schaffen.

Holthausen und Reisholz: Arbeit, Wohnen und Wandel

Holthausen ist seit 1899 eng mit Henkel verbunden; der Firmenstandort nimmt einen großen Teil des Stadtteils ein. Der Kamper Acker bildet das Zentrum des Wohnquartiers, während der Elbroichpark eine grüne Ergänzung bietet. In Reisholz erzählen ehemalige Werkswohnungen und das Bürgerhaus im früheren Kino von der industriellen Entwicklung. Diese Orte erschließen eine andere Seite des Düsseldorfer Südens als Schloss und Dörfer: Hafen, Produktion, Arbeitersiedlung und spätere kulturelle Nutzung lassen sich im Stadtteilraum ablesen.