Hassels in Düsseldorf: Wohnquartier zwischen Wald und Süden
Hassels liegt im Düsseldorfer Süden zwischen Eller und Benrath. Der Stadtteil wurde 1288 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich als Wohnlage in der Nähe der Industrieorte Wersten, Holthausen und Reisholz. Fast die Hälfte der Fläche besteht aus Grün- und Waldgebieten. Diese Verbindung von Wohnsiedlungen und ausgedehnten Freiräumen prägt Hassels stärker als ein einzelner Ortskern oder eine zentrale Sehenswürdigkeit.
Wohnen am Wald im Düsseldorfer Süden
Die großen Grün- und Waldflächen machten Hassels zu einer gefragten Wohnlage. Im vergangenen Jahrhundert ließen sich hier bevorzugt höhere Angestellte aus den Industriebetrieben der umliegenden Stadtteile nieder. Das erklärt die räumliche Nähe von Wohnquartieren zu den Arbeitsstandorten im Süden: Hassels gehörte zum selben städtischen Entwicklungsraum, bewahrte dabei aber einen ausgeprägten Bezug zu Wald und Grün. Die Nachbarschaft zu Eller und Benrath ordnet den Stadtteil zwischen älteren Ortslagen und den gewerblich geprägten Quartieren weiter westlich ein.
Siedlungen aus drei Bauphasen
Die Wohnbebauung lässt sich an konkreten Straßen und Quartieren zeitlich unterscheiden. Im südlichen Hassels stammen Siedlungen am Rotdornweg und am südlichen Schönenkamp aus den 1920er-Jahren. Bebauung am Erlenweg und an der Schillstraße folgte in den 1950er-Jahren. Hassels-Nord an der Potsdamer Straße entstand in den 1970er-Jahren als Plattenbausiedlung. Diese Abfolge zeigt, wie sich der Wohnstadtteil in mehreren Etappen entwickelte, während die umliegenden Arbeitsorte für viele Bewohner Teil desselben südlichen Stadtraums blieben. Die Bauphasen verteilen sich auf diese konkreten Quartiere und machen die schrittweise Erweiterung im Stadtbild nachvollziehbar.
Der Hoxbach und der Grünzug
Auch die Freiflächen spiegeln einen starken Wandel. Das Gebiet war früher moorig und wurde im Zusammenhang mit dem Bau der A59 trockengelegt. Dabei verlegte man den Hoxbach an den östlichen Rand des Stadtteils. Sein früherer Lauf wurde zu einem Grünzug mit Fuß- und Radwegen sowie Spielmöglichkeiten ausgebaut. Die grüne Verbindung zieht sich von Norden nach Süden durch Hassels und durchquert den Stadtteil vollständig. Damit verbindet sie Wohnquartiere und Freiraum innerhalb des Stadtteils, während der Bach selbst am östlichen Rand verläuft. Die Entwicklung von Siedlungen, Autobahn und Wasserlauf lässt sich so als zusammenhängende Veränderung der Landschaft lesen.
Ein konkreter Abschnitt des Grünzugs liegt an der Stendaler Straße: Dort hat die Stadt aus einem früheren Bolzplatz eine multifunktionale Sportfläche entwickelt. Neben dem Bolzplatz gibt es Calisthenics-Geräte, Tischtennis und Teqball sowie eine 20 Meter lange Agility-Sprintstrecke. Überdachte Sitzplätze und eine Tribüne ergänzen die Anlage als Treffpunkt. Die Stadt nennt die S-Bahn-Station D-Reisholz und die Bushaltestelle Am Schönenkamp als Anbindungen. Damit umfasst der Hoxbach-Grünzug neben Fuß- und Radwegen auch einen benannten Sport- und Aufenthaltsort.
Grünräume und benachbarte Quartiere
Der frühere Hoxbachlauf bietet eine Orientierung, um die Lage der Siedlungen und Grünflächen zueinander zu verstehen. Im Süden schließt Benrath mit Schloss und Parkanlage an. Holthausen ergänzt die Nachbarschaft um weitere Wohn- und Arbeitsquartiere. Beide Ziele erweitern den Blick auf den Stadtbezirk, während Hassels selbst durch die Folge seiner Siedlungsphasen und die grüne Nord-Süd-Achse charakterisiert wird. Der Stadtbezirk 9 umfasst Hassels und sieben weitere Stadtteile im Düsseldorfer Süden.