Stadtbezirk 8: Eller, Lierenfeld, Vennhausen und Unterbach
Stadtbezirk 8 liegt im Südosten Düsseldorfs und umfasst Eller, Lierenfeld, Vennhausen und Unterbach. Die vier Stadtteile verbinden Schloss und Ortskern, ältere Höfe, Industrie- und Wohnquartiere sowie den Landschaftsraum am Unterbacher See. Ein Besuch kann deshalb historische Bauten, Siedlungsgeschichte und Wege ins Grüne in einem Bezirk zusammenführen.
Eller: Wasserburg, Schlosspark und Ortszentrum
Die Herren von Eller sind 1152 urkundlich erwähnt; Ludwig von Eller erscheint 1288 in der Urkunde zur Stadterhebung Düsseldorfs. Herzog Adolf eroberte die Burg 1424. Diese Daten verorten Eller in der mittelalterlichen Geschichte der Region und bilden den historischen Rahmen für Schloss und Park. Der Schlosspark umfasst 30,75 Hektar. Seine Grünflächen, Weiher und alten Bäume bilden einen weitläufigen Gegenpol zum dicht bebauten Zentrum. Ein Denkmal auf einer Insel erinnert an den Gartenkünstler Maximilian Friedrich Weyhe.
Am Gertrudisplatz und an der Gumbertstraße zeigt sich das gewachsene Ortszentrum. Die Gertrudiskirche, Geschäfte und der zentrale Platz geben dem Stadtteil neben dem Schlossensemble einen zweiten historischen und alltäglichen Mittelpunkt. Das Rathaus im alten Zentrum ist Sitz der Bezirksverwaltung. So lassen sich auf einem Weg zwei unterschiedliche Maßstäbe erleben: die Parklandschaft des früheren Herrensitzes und die Straßen des heutigen Stadtteilzentrums.
Lierenfeld: Industrie und Wohnungsbau
Lierenfeld gehört seit 1384 zu Düsseldorf. Wo früher Wald und vereinzelte Höfe das Gebiet prägten, entstanden später Gewerbe- und Industrieflächen. Heute liegen Wohnquartiere neben den Spuren dieser industriellen Entwicklung. Die Erkrather Straße bildet eine wichtige Verkehrsachse. Im Nordosten entstand in den 1920er-Jahren die Siedlung Heimgarten im Umfeld der damaligen Gesolei. Ihre zusammenhängende Anlage im Gesolei-Stil steht für den Wohnungsbau jener Zeit.
An der Ronsdorfer Straße erhielten frühere Fabrikhallen neue Nutzungen. Das Stahlwerk und Tor 3 verbinden die industrielle Bausubstanz mit dem heutigen Veranstaltungsleben. Der Gegensatz zwischen Hallen, Gewerbeflächen und dem ruhigeren Heimgarten-Quartier macht den Wandel vor Ort besonders greifbar.
Vennhausen: Höfe und Siedlungsbau
Der Name Vennhausen verweist auf feuchtes Gelände. Zur älteren Ortslandschaft gehörten zugleich Höfe und Ackerflächen. Während der Weltwirtschaftskrise erschlossen Siedler neues Bauland und errichteten Häuser vielfach in Eigenleistung. Diese Entstehung prägt die Geschichte des Wohnstadtteils und unterscheidet sie von der Industriegeschichte Lierenfelds. Vennhausen gehörte früher zur Bürgermeisterei Gerresheim und wurde 1909 gemeinsam mit Gerresheim nach Düsseldorf eingemeindet. Straßenzüge und Siedlungshäuser erzählen so von der Ausdehnung des Wohngebiets am damaligen Stadtrand.
Unterbach und die Landschaft am See
Unterbach gehörte bis zur kommunalen Neugliederung 1975 zu Erkrath und kam in diesem Jahr zu Düsseldorf. Mit dem Stadtteil wurde auch der Unterbacher See Teil des Düsseldorfer Stadtgebiets. Der See ist ein Naherholungs- und Wassersportgebiet; Wälder, Wiesen und Felder prägen den weiteren Landschaftsraum. Am südöstlichen Stadtrand reichen die Hänge in Richtung des Bergischen Landes. Damit ergänzt Unterbach die dichter bebauten Quartiere des Bezirks um Ufer, Grünflächen und offene Landschaft.
Für einen Ausflug bietet sich die Verbindung von Schloss Eller, Park und Gertrudisplatz an. Wer den Kontrast zur städtischen Bebauung erleben möchte, kann den Besuch mit Unterbach und dem Uferraum des Sees ergänzen.