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Vennhausen: Vom sumpfigen Gelände zum Wohnstadtteil

Vennhausen liegt im Südosten Düsseldorfs und gehört zum Stadtbezirk 8. Der Ortsname erinnert an feuchtes, sumpfiges Gelände; einzelne Höfe lagen in einer Landschaft, die zugleich landwirtschaftlich genutzt wurde. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein Wohnstadtteil mit Siedlungen, deren Entstehung von gemeinschaftlicher Eigenleistung geprägt war. Straßennamen und die Lage am Eller Forst helfen, die ältere Landschaft im heutigen Stadtbild nachzuvollziehen.

Venn und Höfe im Südosten

Die Silbe „Venn“ bezeichnet sumpfiges Gelände und verweist auf frühere Bodenverhältnisse. Vennhausen lag nördlich des Eller Forstes; statt eines geschlossenen Dorfkerns gab es zunächst einzelne Höfe und landwirtschaftliche Flächen. Der namensgebende Tannenhof lag an der Westseite des Tannenhofwegs in Höhe der heutigen Hausnummern 51–57. Die Flächen erklären die weit auseinanderliegenden Ausgangspunkte der Siedlungsgeschichte: Hofstellen, Felder und feuchtere Böden prägten den Raum, bevor dichteres Wohnen hinzukam.

Von der Bürgermeisterei Gerresheim zur Eingemeindung

Verwaltungsgeschichtlich war Vennhausen lange mit Gerresheim verbunden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Vennhausen mit Ludenberg, Morp und Erkrath einschließlich Unterbach, Dorp und Bruchhausen zur Bürgermeisterei Gerresheim. Diese wurde 1852 in eine Stadt- und eine Landgemeinde geteilt. Vennhausen wurde 1909 gemeinsam mit Gerresheim nach Düsseldorf eingemeindet. Diese Verbindung schlägt sich bis heute in den Orientierungsmustern der Nachbarschaft nieder. Mit der Eingemeindung änderte sich der politische Rahmen; die Entwicklung der Wohngebiete verlief anschließend jedoch eigenständig. Die frühere Verwaltungszugehörigkeit unterscheidet Vennhausens Ortsgeschichte von derjenigen Ellers, dessen Zentrum durch Schloss und Gertrudisplatz geprägt ist.

Siedlungsbau in der Zeit der Weltwirtschaftskrise

Während der Weltwirtschaftskrise machten sich Siedler daran, Gelände zu kultivieren und Häuser zu errichten. Viele arbeiteten dabei in Eigenleistung und gründeten mit ihren Familien ein neues Zuhause. Die Stadt beschreibt diese Phase als wichtigen Schritt von der vereinzelten Hoflandschaft zum zusammenhängenden Wohngebiet. Diese Entwicklung gibt Vennhausen ein bauliches Profil, das sich von historischen Dorfkernen unterscheidet: Die Geschichte wird vor allem an der Entstehung des Wohnquartiers und an seiner Erschließung sichtbar.

Vennhausen zwischen Eller Forst und Nachbarorten

Die Lage im Südosten verknüpft das Wohngebiet mit größeren Grünräumen. Der Eller Forst bildet einen markanten Landschaftsbezug; im weiteren Stadtbezirk ergänzen der Gertrudisplatz und Schloss Eller einen historischen Ortskern. Unterbach führt zu einer anderen Landschaft am Unterbacher See. Eller und Unterbach sind benachbarte Stationen für einen Ausflug im Bezirk. Die Profile von Eller und Unterbach bieten passende Ergänzungen; die Übersicht des Stadtbezirks 8 ordnet die vier Stadtteile ein.

Die Siedlungen Freiheit und Tannenhof

Die Siedlung Freiheit entstand als erstes großes Vorhaben des Gemeinnützigen Arbeiter-Bauvereins „Freiheit“, der nach dem Ersten Weltkrieg auf die Wohnungsnot reagierte. Die ältesten Häuser stehen in der Eichkatz- und Amselstraße und wurden nach Entwürfen des Architekten Pütz errichtet. Benachbarte Straßenzüge zeigen unterschiedliche Fassadengestaltungen; an der Friedrich-Engels-Straße prägen große Zwerchhäuser und Dachabschleppungen das Straßenbild. Platzartige Erweiterungen und versetzte Straßenführungen geben der Siedlung einen abwechslungsreichen Grundriss.

Ein zweiter Schwerpunkt entstand auf dem Gelände des Guts Tannenhof. Die Stadt schrieb das Areal 1930 für Erwerbslose und kinderreiche Familien aus. Der erste Bauabschnitt mit Bunzlauer, Oppelner und Grünberger Weg entstand ab 1931; 1934 folgte ein Abschnitt zwischen Kamenzer Weg und Sandträgerweg. Ab 1937 kamen östlich bis zur Düssel weitere 110 Häuser und drei Geschäfte hinzu. So werden die Bauphasen an konkreten Straßen und Siedlungserweiterungen fassbar.