Unterrath in Düsseldorf: Maria unter dem Kreuz und Ortsgeschichte
Kirche Maria unter dem Kreuz und Klosterhof markieren Unterraths historische Mitte. Ihre Geschichte verbindet die ländliche Besiedlung mit späteren Veränderungen durch Eisenbahn und Eingemeindung.
Honschaft Rath und die Siedlungsgeschichte
Rath und Unterrath gehörten einst zum Kern der Honschaft Rath. Ein Königshof und freie Höfe prägten den älteren Siedlungsraum.
Als 1891 im alten Ortskern ein Bahnhof eröffnet wurde, bestand im heutigen Oberrath bereits eine Station namens Rath. Die neue Station erhielt deshalb den Zusatz Unterrath. Der Name bezeichnete zunächst den Bahnhof und setzte sich als Name der Ortslage durch. Der Bahnbau festigte damit getrennte Bezeichnungen für zwei Orte mit gemeinsamen Ursprüngen.
Eingemeindung und Stadtbezirk 6
1909 wurden Unterrath, Rath und Lichtenbroich gemeinsam auf eigenen Wunsch hin nach Düsseldorf eingemeindet. Zusammen mit Mörsenbroich gehören die vier Stadtteile heute zum Stadtbezirk 6. Die Eingemeindung ordnet ihre politische Entwicklung ein; die unterschiedlichen Ortskerne und Siedlungsformen blieben im Stadtgebiet erkennbar. Unterraths Wohnstraßen bilden dabei einen eigenen Zusammenhang zwischen historischem Zentrum und den jüngeren Arbeits- und Verkehrslagen im Düsseldorfer Norden.
Maria unter dem Kreuz und der Klosterhof
Die Kirche Maria unter dem Kreuz liegt im alten Ortskern und ist ein zentraler historischer Bezugspunkt Unterraths. In ihrer Nähe steht am Klosterhof der Folklorebrunnen. Seine Figuren stellen Rodungsbauern, Industriearbeiter und Schützen dar. Das Ensemble führt unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte zusammen: die Besiedlung des Landes, den Wandel der Arbeit und das örtliche Vereinsleben. Der Klosterhof ergänzt damit die Kirche um einen öffentlichen Ort der lokalen Erinnerung.
Auch die Hahnekirmes erinnert an die Schützentradition. Der Name bezieht sich auf das Hahneköppen als Teil des Schützenfestes. Kirche, Brunnen und Kirmes stehen für verschiedene Formen gemeinschaftlicher Erinnerung: ein kirchlicher Mittelpunkt, ein dauerhaftes Bildprogramm im öffentlichen Raum und ein wiederkehrendes Brauchtumsfest. Zusammen geben sie dem alten Ortskern eine konkrete lokale Prägung.
Wohnquartiere und Alltagseinrichtungen
Um den historischen Kern liegen Reihen- und Doppelhäuser, freistehende Einfamilienhäuser und Wohnanlagen. Kleine Grünflächen verteilen sich zwischen den Wohnbereichen. Hallenbad, Sportplätze und Turnhallen ergänzen die Einrichtungen des Stadtteils und geben den Quartieren wohnortnahe Möglichkeiten für Sport und Freizeit. Die Wohngebiete mit ihren unterschiedlichen Haustypen entwickelten sich um den älteren Ortsmittelpunkt herum.
Diese Wohnstruktur unterscheidet sich von den Verkehrs- und Arbeitsstandorten im Nordwesten. Dort entstand seit 2003 auf einem früheren Areal britischer Streitkräfte die Airport City. Der Dienstleistungsstandort gehört zu einer jüngeren Entwicklungsphase im Flughafenumfeld. Der Bezug zum historischen Unterrath bleibt räumlich klar: Kirche, Klosterhof und Brunnen stehen für den alten Ortskern, während die Airport City eine neuere gewerbliche Nutzung auf dem früheren Militärgelände markiert.
Unterrath im Düsseldorfer Norden
Rath und Lichtenbroich gehören wie Unterrath zum Stadtbezirk 6. Rath verbindet die gemeinsame Honschaftsgeschichte mit seiner eigenen Industriegeschichte. Lichtenbroich ergänzt den Blick um einen weiteren Stadtteil des Bezirks. So lassen sich gemeinsame Ursprünge von den unterschiedlichen Entwicklungen der heutigen Nachbarorte unterscheiden.