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Stadtbezirk 6: Rath, Unterrath und der Düsseldorfer Norden

Stadtbezirk 6 umfasst Lichtenbroich, Unterrath, Rath und Mörsenbroich im Düsseldorfer Norden. In den vier Stadtteilen liegen alte Ortskerne, Wohnquartiere, Industrie- und Gewerbestandorte sowie ausgedehnte Grünräume nebeneinander. Die Eisenbahn und die spätere Röhrenindustrie veränderten die Siedlungsstruktur; zugleich bewahren einzelne Viertel noch erkennbare Dorf- und Wohnformen.

Rath und Unterrath: gemeinsame Herkunft, getrennte Ortskerne

Beide Stadtteile gehen auf die frühere Honschaft Rath zurück. Die Eisenbahn prägte ihre heutige Unterscheidung: Im heutigen Oberrath gab es bereits eine Station namens Rath, als 1891 im alten Ortskern ein weiterer Bahnhof entstand. Zur Unterscheidung erhielt der neue Bahnhof den Namen Unterrath. Rath, Unterrath und Lichtenbroich wurden 1909 nach Düsseldorf eingemeindet.

In Unterrath markiert die Kirche Maria unter dem Kreuz einen Bezugspunkt im älteren Ortskern. Der Klosterhofbrunnen erinnert mit seinen Motiven an Rodungsbauern, Industriearbeiter und Schützen. Das Wohngebiet ist von Reihen- und Doppelhäusern sowie freistehenden Einfamilienhäusern geprägt; zahlreiche kleinere Grünflächen gliedern die Straßenräume. Im Nordwesten bildet die Airport City auf dem früheren Areal britischer Streitkräfte seit 2003 einen modernen Büro- und Dienstleistungsstandort. So stehen kleinteilige Wohnstraßen und ein großmaßstäblicher Arbeitsort innerhalb desselben Stadtteils nebeneinander.

Rath besitzt mit St. Josef einen weiteren kirchlichen Mittelpunkt. Die Honschaft ist 1375 als „Roede under dem Aype“ urkundlich erwähnt; der Name verweist auf Rodungsland. Im 19. Jahrhundert bestimmten Landwirtschaft und Ziegeleien die Umgebung, bis 1897 das Mannesmann-Röhrenwerk einen industriellen Schwerpunkt setzte. Entlang der Theodorstraße entwickelte sich seit der Eröffnung des ISS Dome 2006 ein zusätzlicher Gewerbe- und Industriestandort. Wohnsiedlungen mit gepflegten Straßen ergänzen diese großen Arbeits- und Verkehrsflächen.

Industrie und neue Quartiere

Eine eigene Entwicklung nahm die Gartenstadt Reitzenstein in Mörsenbroich. Für das brachliegende Gelände der früheren Reitzensteinkaserne veranstaltete die Stadt 2005 einen städtebaulichen Wettbewerb. Ziel war eine neue Interpretation der Gartenstadt, eingebunden in die Umgebung. Die Verkehrserschließung wurde 2008 beschlossen; 2017 war die Bebauung weitgehend abgeschlossen. Das Quartier steht damit für die Umwandlung eines militärisch genutzten Areals in ein Wohngebiet. Die ringförmigen Erschließungsstraßen wurden für höchstens 30 Kilometer pro Stunde geplant, die Wohnstraßen als verkehrsberuhigte Bereiche mit Schrittgeschwindigkeit. Die Straßenquerschnitte wurden auf die erforderlichen Mindestmaße begrenzt. Das Verkehrskonzept sollte Schleichverkehr zwischen Heinrichstraße und Lenaustraße vermeiden. Zwischen den Straßen „Zur Weide“ und „Zur alten Kaserne“ sah der Bebauungsplan dafür eine Durchfahrtssperre mit Pollern vor.

In Mörsenbroich erinnert das Mörsenbroicher Ei an die Bündelung wichtiger Straßen. Westlich davon liegt eine große Kleingartenanlage.

Lichtenbroich zwischen Wohngebiet und Gewerbe

Lichtenbroich ist seit 1193 belegt. Reihen- und Hochhäuser stehen neben Gewerbe- und Bürostandorten; Flughafenbahnhof und Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord prägen die überörtliche Lage. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden hier viele Vertriebene eine neue Heimat. Die Wohnbebauung und die Arbeitsstandorte erzählen so auch von einem Ausbau des Düsseldorfer Nordens in der Nachkriegszeit. Der Aaper Wald, dessen Name bereits 1140 überliefert ist, und der Baggersee am Rand Lichtenbroichs ergänzen diese Siedlungsgeschichte um markante Freiräume.