Volmerswerth: Rheindorf, St. Dionysius und offene Flächen
Volmerswerth liegt im südlichen Rheinbogen und bewahrt den Charakter eines Rheindorfs. Landwirtschaftliche und gärtnerische Nutzflächen prägen weite Bereiche; Felder und Gewächshäuser reichen in Richtung Hamm. Die inselartige Lage, die der Ortsname „Werth“ bezeichnet, ist Teil der überlieferten Siedlungsgeschichte am Rhein. Der Ort gehört zum Stadtbezirk 3 und verbindet einen kleinen Siedlungskern mit einem weitgespannten Netz von Straßen und Wegen durch Garten- und Nutzflächen.
St. Dionysius und die frühe Siedlung
Die katholische Pfarrkirche St. Dionysius ist der markante historische Bau in der Ortslage. Die Ursprünge Volmerswerths reichen auf eine kleine Fischersiedlung des Benediktinerinnenklosters Schwarzrheindorf zurück, die bis ins 12. Jahrhundert nachverfolgt wird. Um 1300 entstand eine Kapelle mit dem Patrozinium des heiligen Dionysius. Die heutige Pfarrkirche wurde 1854 und 1855 nach Plänen von Vincenz Statz erbaut. Volmerswerth wurde 1487 in die Stadt Düsseldorf eingemeindet.
Gartenbau und straßendorfartige Ortsstruktur
Von Bilk führt die Volmerswerther Straße in den Ort; sie verbindet das dicht bebaute Nachbarviertel mit den Anbauflächen im Rheinbogen. Von der Volmerswerther Straße zweigen Krahkamp- und Abteihofstraße sowie Auf dem Rheindamm und der Allmendenweg ab. Kleinere Wege wie der Bückerbergweg führen zu den Nutzflächen. Entlang dieser Verbindungen liegen Wohnhäuser in einer lockeren, straßendorfartigen Bebauung; dazwischen erstrecken sich Garten- und Landwirtschaftsflächen. Besonders nordwestlich der Volmerswerther Straße reichen große Anbauflächen, teilweise mit Gewächshäusern, bis nach Hamm. Dieses Muster aus Straße, Hof, Feld und Gewächshaus erklärt den offenen Charakter des Stadtteils genauer als ein geschlossener Ortsplatz. Die Pfarrkirche bleibt dabei der wichtigste bauliche Bezugspunkt.
Historische Straßen und Gasbeleuchtung
Die historische Gasbeleuchtung prägt die kleinen Verkehrswege. An der Volmerswerther Straße stehen Ansatzleuchten, am Rheindeich Reihenleuchten. Kurz vor der Grenze zu Flehe wechselt die Beleuchtung des Deichwegs zu Aufsatzleuchten. Das Gasleitungs- und Leuchtennetz bildet das Straßen- und Wegenetz des 19. Jahrhunderts in weiten Teilen bis heute ab. Alt-Düsseldorfer Leuchten stehen an der Pfarrkirche und ihren Plätzen; Kandelaber betonen die Westfassaden. Auch kleinere Quer- und Verbindungsstraßen sind mit dieser Leuchtenform ausgestattet. In der Abteihofstraße entspricht die Beleuchtung den ein- bis zweigeschossigen Häusern; auch der Verlauf des Allmendenwegs macht diesen Maßstab im Ortsbild anschaulich. Im Bückerbergweg erinnert die Aufstellung der Leuchten daran, dass auch gärtnerisch genutzte Wege in das historische Beleuchtungsnetz einbezogen waren. Die Abfolge von Straßen, Häusern und Lichtpunkten macht die historischen Wege im heutigen Ortsbild sichtbar.
Nachbarschaft zu Hamm und Flehe
Volmerswerth grenzt an die Stadtteile Hamm und Flehe. Zusammen gehören sie zu den südlichen Rheindörfern Düsseldorfs, deren Siedlungen von landwirtschaftlichen Flächen und Wegen zum Fluss begleitet werden. Hamm ergänzt den Blick auf den Gemüsebau im Rheinbogen; Flehe verbindet Dorfstruktur und Rheinlage mit der Fleher Brücke, deren hoher Pylon mit seinen Schrägseilen die Ortsansicht prägt. Die Stadtteile bleiben jeweils eigenständige Orte, teilen aber die enge Nachbarschaft von Siedlung, Anbaufläche und Flusslandschaft. Hamm und Flehe erweitern den Spaziergang durch die südlichen Rheindörfer.