Hamm: Rheindorf und Gemüsegeschichte
Hamm liegt im südlichen Rheinbogen Düsseldorfs. Der alte Ortskern, die Felder und die Nähe zum Rhein bewahren den Maßstab eines gewachsenen Rheindorfs. Seit Jahrhunderten prägt Gemüsebau die Umgebung; „Kappes-Hamm“ erinnert an die Kohlbauern, deren Erzeugnisse auch auf dem Carlsplatz verkauft wurden. Heute gehören Blumen- und Feingemüseanbau zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Ortskern und Geschichte am Rhein
Hamm wird bereits im 8. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Eine historische Fähre nach Neuss verband den Ort über lange Zeit mit einer Fernroute zwischen Nordfrankreich und Westfalen. Die Flusslage war damit Verkehrsweg und Wirtschaftsbezug. Das erhaltene Straßen- und Wegenetz folgt in weiten Teilen dem Verlauf, der auf Karten von 1801 bis 1828 festgehalten wurde. Hamm wurde 1394 nach Düsseldorf eingemeindet; seine dörfliche Struktur blieb im Ortsbild dennoch klar erkennbar.
Am dorfseitigen Abschnitt der Fährstraße steht an der Ecke Auf den Steinen die Rochuskapelle, die 1709 als Familiengrabkapelle errichtet wurde. Gegenüber befindet sich das Bruderhaus an der Fährstraße 237, ein Wohnhaus des späten 17. Jahrhunderts mit markantem Schweifgiebel. Solche Gebäude machen die lange Siedlungsgeschichte entlang der schmalen Straßen konkret sichtbar. Die historischen Höfe und Wohnhäuser liegen zwischen dem Ortskern und den landwirtschaftlich genutzten Flächen.
St. Blasius und die Hammer Dorfstraße
Die Pfarrkirche St. Blasius wurde 1910 und 1911 von Josef Kleesattel am Standort älterer Vorgängerbauten errichtet. Ihr neoromanischer Turm überragt die niedrige Dorfsilhouette und ist aus mehreren Straßen des Ortskerns sichtbar. Die Hammer Dorfstraße bildet die Hauptdurchfahrt; an ihrem nordöstlichen Ende entstanden 1898 auf Initiative der Aders’schen Wohnungsstiftung die Häuser 1 bis 17 als dreigeschossige Kleinwohnungen für Hafenarbeiter und ihre Familien. Diese Wohnzeile dokumentiert, wie die Nähe zum Düsseldorfer Hafen auch die Wohnungsentwicklung im Dorf beeinflusste.
Kappes-Hamm und die Anbauflächen
„Kappes“ bedeutet im Düsseldorfer Platt Kohl. Die fruchtbaren Auen ermöglichten den traditionellen Anbau, und die Bauern brachten ihr Gemüse auf den Carlsplatz. Freiflächen zwischen den Höfen und den Wohnhäusern erinnern an diesen Haupterwerbszweig. In der Umgebung werden heute Blumen und Feingemüse angebaut; Felder und Gewächshäuser bilden weiterhin einen Teil der Kulturlandschaft des Rheinbogens.
Brücke, Dorfstraße und Arbeitswege
Die Hammer Eisenbahnbrücke prägte die Ortsansichten lange vor der heutigen Brücke. Der Bau von 1868 bis 1870 hinterließ Brückenköpfe, die beim Neubau von 1987 erhalten blieben. Zusammen mit der St.-Blasius-Kirche und der Hauptdurchfahrt geben diese Bauwerke dem Dorf eine erkennbare Silhouette. Die Häuser der Wohnungsstiftung zeigen zugleich, wie die Nähe zu Bahn und Hafen neue Wohnbedürfnisse in die traditionelle Ortslage brachte. Geschichte und heutige Nutzung lassen sich hier an konkreten Gebäuden und Wegen ablesen.
Nachbarschaft im südlichen Rheinbogen
Hamm gehört zum Stadtbezirk 3. Die benachbarten Flehe und Volmerswerth bilden mit Hamm eine Folge südlicher Rheindörfer, deren Anbauflächen und Ortslagen sich bis zum Rheinufer erstrecken. In Hamm führen die Fährstraße und die Hammer Dorfstraße durch den historischen Kern; die Eisenbahnbrücke und der Rhein rahmen die Ortslage.