Flehe: Dorfkern, Kirche und Fleher Brücke
Flehe liegt im südwestlichen Rheinbogen und ist von Dorfstraßen, landwirtschaftlichen Flächen und der Nähe zum Fluss geprägt. Der Ort ist 1402 erstmals urkundlich erwähnt. Die Pfarrkirche Mater Dolorosa, das Fleher Wäldchen und die Fleher Brücke stehen für kirchliches Gemeindeleben, Trinkwassergewinnung und den Ausbau des überregionalen Straßennetzes.
Mater Dolorosa an der Fleher Straße
Die katholische Pfarrkirche Mater Dolorosa steht zwischen Fleher Straße und den angrenzenden Nutzflächen. Ihr Standort liegt abgesetzt vom eigentlichen Ortskern; die Denkmalbeschreibung bezeichnet den Kirchenbezirk als eigene Insel im Straßen- und Landschaftsgefüge. Der Entwurf stammt von Caspar Clemens Pickel, 1905 wurde der Grundstein gelegt. Zunächst entstanden Chor und Querhaus. Das Langhaus wurde erst 1960 bis 1964 vollendet und in der Manier einer frühchristlichen Basilika gestaltet. Die Gemeinde wurde 1911 zur eigenständigen Pfarrei erhoben. So lassen sich an Kirche und Gemeindegeschichte die lange Bauzeit und die spätere organisatorische Eigenständigkeit des Ortes ablesen.
Fleher Wäldchen und Trinkwasser
Landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen nehmen rund 40 Prozent des Stadtteils ein. Im Fleher Wäldchen gewinnt die Stadt Trinkwasser aus Uferfiltrat. Rheinwasser sickert durch Sand- und Kiesschichten, bevor es gefasst und aufbereitet wird. Das Wasserwerk Flehe verbindet die städtische Versorgung mit der natürlichen Beschaffenheit des Rheinufers. Flehe und das benachbarte Volmerswerth sind kleine Rheindörfer, umgeben von gärtnerisch und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Von Bilk führen die Fleher und Volmerswerther Straße in die beiden Ortsteile; dazwischen gliedern wenige Straßen und Wege die Nutzflächen. Diese Struktur erklärt die lockere Abfolge aus Dorfstraßen, Feldern und Uferraum.
Neben der Fleher Straße führt der Bückerbergweg zu den bewirtschafteten Flächen. Gewächshauskulturen reichten bis in Richtung Hamm. Die kleinteilige Bebauung entlang der Fleher Straße ist zeitlich durchmischt; im südlichen Abschnitt stehen ältere Häuser. Damit bleibt die Landwirtschaft Teil der Ortsgeschichte und der bis heute erkennbaren Struktur.
Die Fleher Brücke über dem Rhein
Die Fleher Brücke wurde 1979 für den Verkehr freigegeben. Ihre Schrägseilkonstruktion ist 1.166 Meter lang und 41,7 Meter breit; der markante Betonpylon erreicht 146,47 Meter. Er prägt die Silhouette des Rheinbogens weit über die unmittelbare Umgebung hinaus. Die Brücke quert den Rhein schräg, wodurch das Wassergewinnungsgebiet des alten Wasserwerks berücksichtigt wird. Als Autobahnbrücke verbindet sie überregionale Verkehrsachsen und entlastete nach ihrer Eröffnung den Süden Düsseldorfs vom Durchgangsverkehr. Die Fleher Straße zeigt noch ihren leicht geschwungenen Verlauf als ursprüngliche Ortserschließung. Von hier bilden Straße und Brücke einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen gewachsenem Ortsgefüge und moderner Rheinquerung.
Flehe im Stadtbezirk 3
Flehe gehört zum Stadtbezirk 3. Der Stadtteil wurde bereits 1384 nach Düsseldorf eingemeindet. Die südlichen Rheinstadtteile Hamm und Volmerswerth ergänzen die Orientierung im Bezirk mit ihren eigenen Ortsgeschichten. In Flehe liegen die Pfarrkirche an der Fleher Straße, das Wassergewinnungsgebiet und die Autobahnquerung in engem räumlichem Bezug. Am Bückerbergweg begleiten Gasleuchten des Typs Alt Düsseldorfer den Weg zu den Gartenflächen; entlang der Fleher Straße verbinden Reihenleuchten die unterschiedlichen Bauabschnitte.