Friedrichstadt: Fürstenplatz und Altbauten
Friedrichstadt entstand 1854 als schachbrettartig geplante Erweiterung Düsseldorfs nach Süden. Der neue Bebauungsplan betrachtete die Stadt als Ganzes: Im Süden sah er die regelmäßige Friedrichstadt vor, während im Norden und Nordosten vorhandene Wege stärker in die Erweiterung einbezogen wurden. Die neuen Bauflächen verdreifachten die bebaubare Stadtfläche. Ein Stadtplan vom Juli 1854 hält den Entwurf fest. Der Name des Viertels ehrt den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Noch heute geben gerade Straßen und rechtwinklige Blöcke einen lesbaren Eindruck des damaligen Plans.
Fürstenplatz am südöstlichen Rand des Rasters
Der 1906 angelegte Fürstenplatz bildet einen markanten Orientierungspunkt am südöstlichen Rand der regelmäßigen Straßenstruktur. Von ihm führen Achsen durch Blockrandbebauung und Geschäftsstraßen. Der Platz ist als Gartendenkmal Teil der städtischen Denkmalpflege. Beim Gang durch das Viertel fällt auf, wie die offenen Platzflächen mit den geschlossenen Fassaden der Wohnblöcke wechseln. Die Architektur stammt aus mehreren Bauphasen; gründerzeitliche Häuser prägen besonders die Umgebung. Der Fürstenplatz erschließt damit zugleich die Grundform der Stadterweiterung und die spätere Entwicklung zur Wohnadresse.
Wohnquartier des südlichen Stadtausbaus
In der Entstehungszeit galt Friedrichstadt als bevorzugte Lage. Beamte und Offiziere bezogen Wohnungen im neuen Quartier. Die Benennung nach Friedrich Wilhelm IV. verweist auf die preußische Zeit, in der Düsseldorf über den älteren Stadtkern hinauswuchs. Die regelmäßigen Straßen erleichterten eine zusammenhängende Bebauung mit Wohnhäusern, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen. Zwischen den Fassaden lassen sich unterschiedliche Baualter erkennen; der Grundriss blieb dennoch als gemeinsames Ordnungsprinzip erhalten. Die Folge aus Straßen, Plätzen und geschlossenen Blockrändern prägt das Viertel und macht den planmäßigen Charakter der Wohnbebauung beim Spaziergang erkennbar.
Gasversorgung und frühe Infrastruktur
Zur frühen Stadtentwicklung gehörte auch die öffentliche Gasversorgung. Am 20. September 1866 nahm zwischen Luisen-, Hütten- und Helmholtzstraße die erste städtische Gasanstalt ihren Betrieb auf. Ihr Leitungsnetz umfasste zunächst sechs Kilometer und versorgte die Düsseldorfer Straßen mit Gaslicht. Mit dem raschen Wachstum des Netzes reichte die Anlage bald nicht mehr aus: 1890 zog die Produktion in die neue Gasanlage in Flingern um, 1898 endete der Betrieb am alten Standort. An der Ecke Luisen- und Scheurenstraße entstand 1903/04 ein Verwaltungsgebäude; seine Fassade ist heute in einen modernen Gebäudekomplex integriert. Diese Abfolge macht sichtbar, wie sich das Wohnquartier zugleich mit der städtischen Infrastruktur entwickelte.
Schwanenspiegel und Kaiserteich in Unterbilk
Westlich der Friedrichstadt liegen Schwanenspiegel und Kaiserteich im benachbarten Unterbilk. Die Teichanlagen wurden nach Plänen Maximilian Weyhes gestaltet. Uferwege, Wasserflächen und Grünzüge schaffen dort einen anderen Stadtraum als die dicht bebauten Wohnstraßen Friedrichstadts. Am Kaiserteich steht das ehemalige Ständehaus, das 1880 von der Vertretung der preußischen Rheinprovinz bezogen wurde. Später diente das Gebäude dem Landtag Nordrhein-Westfalens; heute ist es als K21 Teil der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Damit verbindet ein kurzer Weg vom Wohnquartier zur Gartenanlage Stadtplanung, politische Geschichte und Kunst.
Übergänge zu Bilk und Unterbilk
Friedrichstadt gehört zum Stadtbezirk 3. Westwärts führen Wege zu Unterbilk und den Teichen; südlich schließt Bilk an. Ein Weg vom Fürstenplatz über die Friedrichstraße führt damit vom Wohnquartier zu den benachbarten Teichanlagen.