Bilk: Alt St. Martin, Salzmannbau und Stadtleben
Bilk verbindet einen historischen Kirchort mit Universität, Gartenanlagen und umgenutzten Fabrikgebäuden. Die 1173 erstmals erwähnte Kirche Alt St. Martin markiert den alten Ortskern. Südlich davon prägen Campus und Botanischer Garten der Heinrich-Heine-Universität den Stadtteil, während der Salzmannbau an der Himmelgeister Straße Bilks Industriegeschichte mit Kultur- und Gemeinschaftsnutzungen verknüpft. Diese Orte liegen in unterschiedlichen Teilen des Quartiers und zeigen, wie Bilk über Jahrhunderte gewachsen ist.
Alt St. Martin und Bilks früher Ortskern
Alt St. Martin an der Martinstraße ist der wichtigste sichtbare Bezug zur frühen Ortsgeschichte. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahr 1173. Ihr romanischer Baukörper macht den Kirchort im heutigen Straßenraum erkennbar. Rund um die Kirche lässt sich Bilk als eigenständige Siedlungsgeschichte lesen: Der Ort ist älter als die mittelalterliche Stadt Düsseldorf und blieb lange ein Dorf am südlichen Rand der Stadt. Der historische Schwerpunkt liegt bei Kirche und früheren Dorfstraßen.
Alt St. Martin eignet sich als Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch den älteren Teil Bilks. Die Umgebung ist inzwischen dicht bebaut und von Geschäftsstraßen sowie Wohnquartieren durchzogen. Historische Spuren bleiben im Alltag des Stadtteils sichtbar. Der Kontrast zwischen dem alten Kirchort und den späteren Straßenachsen hilft, Bilks Entwicklung im Stadtraum nachzuvollziehen.
Universität und Botanischer Garten
Weiter südlich beginnt der Hochschulbereich der Heinrich-Heine-Universität. Der Botanische Garten liegt auf dem Campus und ergänzt einen Stadtteilrundgang um einen ruhigeren Landschaftsraum. Die Anlage ist der Universität zugeordnet und richtet sich zugleich an Besucher; der Zugang ist kostenfrei. Die Besuchszeiten wechseln saisonal: Im Sommerhalbjahr ist der Garten länger geöffnet als in den Wintermonaten, an Wochenenden gelten gesonderte Zeiten. Damit eignet er sich besonders als eigener Programmpunkt mit saisonal festgelegten Zugangszeiten.
Der Campus gibt Bilk eine zweite, jüngere Identität neben dem historischen Ortskern. Wissenschaftliche Einrichtungen und Studierendenleben prägen den südlichen Stadtteil, während die nördlicheren Bereiche stärker von Wohn- und Einkaufsstraßen bestimmt werden. Der Garten schafft innerhalb dieses Hochschulumfelds einen öffentlichen Übergang von Gebäuden zu Pflanzensammlungen und Freiflächen.
Salzmannbau: Fabrikgebäude mit kultureller Nutzung
Der Salzmannbau entstand 1905 und 1906 als Hauptgebäude der Maschinenfabrik Jagenberg. Die damalige Skelettbauweise war für ihre Zeit wegweisend. Nach dem Ende der industriellen Nutzung wurde der Komplex bis 1994 zu einem soziokulturellen Zentrum umgebaut. Das Konzept verband Wohnungen, Künstlerateliers, gemeinnützige Einrichtungen und Veranstaltungsräume. So blieb das markante Fabrikgebäude als Teil des Stadtteils erhalten und erhielt eine neue Funktion.
Ein prägnanter Kulturort darin ist die Jazz-Schmiede. Am 29. September 1995 wurde die Alte Schmiede am Salzmannbau zu einem Haus für Düsseldorfer Jazz. Das gibt dem Ort eine klare Verbindung von Bau- und Musikgeschichte. Im Jahr 2020 vereinbarten Stadt und Eigentümer eine langfristige Sicherung des sozialen und kulturellen Nutzungskonzepts bis Ende 2063. Der Salzmannbau ist damit ein Beispiel dafür, wie ein ehemaliger Industriebetrieb in eine gemischte Nutzung überführt wurde.
Ein Rundgang mit drei unterschiedlichen Stationen
Wer Bilk zu Fuß erkundet, kann die Stationen nach Interesse verbinden: Alt St. Martin steht für den alten Kirchort, der Botanische Garten für den Hochschulstandort und der Salzmannbau für industrielle Architektur und heutige Kultur. Die Entfernungen im Stadtteil sollten dabei als eigenständige Wegabschnitte eingeplant werden; Kirche, Fabrikkomplex und Campus bilden eigenständige Stationen. Für ergänzende Ziele bietet sich die Übersicht zu Düsseldorfs historischen Sehenswürdigkeiten an. Die Stadtteilseite für den Stadtbezirk 3 ordnet Bilk innerhalb des Bezirks ein. Auch die frühere Industrieumnutzung in Flingern-Nord bietet einen Vergleich für Düsseldorfs Kulturorte in ehemaligen Gewerbebauten. Der Überblick über Sehenswürdigkeiten in Düsseldorf führt zu weiteren historischen Orten.