Golzheim: Rheinpark und Ausstellungsgeschichte
Golzheim verbindet den Rheinpark mit einer Uferzone, deren Gestalt von großen Ausstellungen des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Zwischen Ehrenhof, Park und nördlicher Innenstadt liegen offene Wege am Rhein, Villen- und Wohnstraßen sowie Büro- und Hotelbauten. Der Abschnitt liegt zwischen Rheinterrasse und Theodor-Heuss-Brücke. Golzheim gehört zum Stadtbezirk 1.
Golzheimer Insel und Ausstellung von 1902
Vor dem Rheinpark lag zwischen Rheinterrasse und dem Gebiet der heutigen Theodor-Heuss-Brücke die sumpfige Golzheimer Insel. Für die Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung von 1902 wurde sie trockengelegt und aufgeschüttet. Das Ausstellungsgelände veränderte damit die Uferlandschaft, auf der später der Park entstand. Seine Baumgruppen öffnen wiederholt den Blick auf den Rhein und das linksrheinische Ufer.
Kaiser-Wilhelm-Park und GeSoLei 1926
In der 1925 veröffentlichten Selbstdarstellung Düsseldorfs hieß die Anlage Kaiser-Wilhelm-Park. Gartenamtsdirektor Baron von Engelhardt hob damals Wiesen, Hockeyplatz und Reitbahn hervor und beschrieb den Park als Raum für Turnen, Sport und Spiel. Ein Jahr später fand in der benachbarten alten Messe die GeSoLei statt, die Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen zum Thema hatte. Teile des Parks wurden bis zur Eröffnung der neuen Messe für Ausstellungen genutzt. Engelhardt schilderte auch, wie Besucher nach der Arbeit und an Sonn- und Feiertagen Segelboote und Schleppdampfer beobachteten. Seine Beschreibung dokumentiert die Anlagen an Land und den damaligen Alltag am Strom. 1927 äußerten die Stadtverordneten ausdrücklich den Wunsch, die Grünfläche von Bauten freizuhalten. Diese kommunale Zielsetzung markiert den Schritt vom zeitweiligen Ausstellungsgelände zum dauerhaft gesicherten Freiraum. Auf 23 Hektar verteilen sich Wiesen zwischen Weiden, Pappeln, Birken und Ahornbäumen. Die wechselnden Baumgruppen gliedern den offenen Landschaftsraum. Fußball, Federball und Joggen gehören zu den von der Stadt beschriebenen Freizeitaktivitäten. Die Rasenflächen werden dabei für unterschiedliche Sportarten genutzt; auch Fußballturniere von Freizeitmannschaften finden hier ihren Platz. Bei hoher Beanspruchung können Besucher auf andere Wiesenbereiche ausweichen; die Größe der Anlage verteilt die Nutzung, statt sie auf einen zentralen Platz zu konzentrieren.
Rheinfront und Ausstellung von 1937
Die nationalsozialistische Propagandaausstellung „Schaffendes Volk“ von 1937 veränderte weitere Flächen an der nördlichen Rheinfront. Ihr Gelände reichte über den heutigen Rheinpark hinaus in Richtung Nordpark und Siedlung Golzheim. Die drei Ausstellungsphasen von 1902, 1926 und 1937 gehören deshalb zu verschiedenen Abschnitten der Uferentwicklung und stehen zugleich für sehr unterschiedliche politische Kontexte. Die örtliche Geschichte lässt sich entlang des Rheins in Richtung Stockum fortsetzen, wo der Nordpark einen eigenen Schwerpunkt der Düsseldorfer Gartenlandschaft bildet.
Wege vom Ehrenhof an den Rhein
Der Ehrenhof bildet einen südlichen Ausgangspunkt für den Weg zum Rheinpark. Vom Ufer führen Wege durch Wiesen und Baumgruppen; unterschiedliche Zugänge erlauben einen kurzen Aufenthalt am Strom oder einen längeren Spaziergang durch die Anlage. Wer die Route nordwärts verlängert, erreicht die Rheinfront Richtung Stockum. Südlich schließt die Stadtmitte mit Einkaufsachsen und Bühnen an. Die Rheinuferpromenade ergänzt den Parkbesuch um weitere Wege entlang des Stroms.