Rheinuferpromenade
Die Rheinuferpromenade führt entlang von Altstadt, Carlstadt und Hafen und bringt Düsseldorf an den Fluss zurück. Heute verläuft der Fußweg auf dem Dach des Rheinufertunnels; wo nach dem Zweiten Weltkrieg eine vielbefahrene Straße den Zugang zum Wasser erschwerte, liegen nun Wege, Plätze und Treppen direkt am Ufer. Die Route verbindet historische Altstadt, Rheinblicke und jüngere Architektur in einem durchgehenden Stadtraum. Ein markanter Einstieg liegt am Burgplatz beim Schlossturm; von dort führt der Weg südwärts am Landtag vorbei bis in Richtung MedienHafen.
Rheinufer Düsseldorf
Foto: Markus Lenk
Vom Straßenufer zur Promenade
Die Nachkriegszeit veränderte das Rheinufer stark. Die oberirdische Rheinuferstraße trennte die Innenstadt vom Rhein und machte den früheren Uferbereich vor allem zu einem Verkehrsraum. Der Bau des Rheinufertunnels verlagerte den Durchgangsverkehr unter die Erde; auf seiner Decke wurde Raum für eine öffentliche Promenade geschaffen. Der Entwurf von Fritschi, Stahl und Baum wurde in den 1990er Jahren umgesetzt. Die Promenade wurde 1995 eröffnet und erhielt damit eine neue Verbindung zwischen Stadtzentrum und Fluss.
Die Gestaltung ordnet den Weg in klar unterscheidbare Bereiche: Am Wasser liegt die Fußgängerzone mit einem wellenförmigen Pflastermotiv, daneben verläuft ein separater Radweg. Platanen bilden eine lange Baumreihe, während Plätze und die breite Freitreppe am Burgplatz den Weg an ausgewählten Stellen zum Aufenthalt öffnen. Der Wechsel zwischen geradliniger Strecke und aufgeweiteten Platzräumen macht die Promenade sowohl als Route als auch als Folge einzelner Aufenthaltsorte lesbar.
Altstadt, Freitreppe und Flussblicke
Im nördlichen Abschnitt liegt der Burgplatz direkt am Wasser. Die große Freitreppe führt von der Altstadtkante hinunter zum Rhein und ist einer der markantesten Treffpunkte entlang der Strecke. Von dort lassen sich Schiffe und das gegenüberliegende Ufer beobachten. Weiter südlich öffnet sich die Sicht auf die Rheinkniebrücke und den Landtag; hinter dem Parlament reichen die Blickachsen in Richtung MedienHafen.
Wer auf dem Uferweg Richtung Süden geht, kommt an mehreren Stadtbildern vorbei: die Altstadt mit ihren historischen Gassen, die Rheinfront am Landtag und die umgenutzten Hafenbereiche mit neuer Architektur. Die Wegabschnitte tragen nacheinander die Namen Tonhallenufer, Schlossufer, Rathausufer und Mannesmannufer. Im Norden bindet die Promenade an den Ehrenhof an. Das ist ein Weg, auf dem ein kurzer Abschnitt am Burgplatz ebenso funktioniert wie ein längerer Spaziergang durch mehrere Quartiere. Die Route Altstadt und Rhein zu Fuß fasst den historischen Teil des Ufers in einen Rundgang.
Kultur und Stadtentwicklung am Weg
Die Rheinfront verbindet Aussicht und Kulturorte: Kunst im Tunnel liegt unter der Promenade, das Apollo-Theater am südlichen Abschnitt. Beide Orte schaffen konkrete Zwischenstopps auf dem Uferweg: Der Ausstellungsraum liegt unterhalb des Straßenniveaus, das Theater an der südlichen Rheinfront. Die Wege und Freiflächen werden für Spaziergänge, Radverkehr und städtische Veranstaltungen genutzt; am Burgplatz prägt die Verbindung von Treppe, Turm und Fluss den öffentlichen Raum besonders deutlich. Die Anlage entstand zugleich mit einer größeren städtebaulichen Neuordnung: Der Neubau des Landtags, die Verlagerung des Verkehrs und die Umgestaltung des Hafens veränderten den Zugang zum Rhein grundlegend.
Im Norden steht der Schlossturm als letzter oberirdischer Rest des Residenzschlosses. Südlich bildet der Landtag einen markanten Punkt am Wasser; dahinter schließt der MedienHafen an. Der Kontrast zwischen historischem Turm und moderner Parlamentsarchitektur wird auf dem Uferweg besonders unmittelbar sichtbar. Die Stadtgeschichte Düsseldorfs ordnet die Umgestaltung der Rheinfront in den Wandel der Landeshauptstadt ein.
Eine Verbindung zu weiteren Innenstadtzielen
Vom Burgplatz führt der Weg am Rathausufer entlang in die Gassen des Zentrums. Durch die Altstadt lässt sich der Gang landeinwärts zur Königsallee fortsetzen. So entsteht eine Route, die Uferlandschaft, Altstadt und Boulevard kombiniert.
Zwischen Burgplatz und Rheinkniebrücke bietet sich ein kurzer Uferspaziergang mit Blick auf die Brücken und das linksrheinische Oberkassel an. Für einen längeren Rundgang folgen Sie der Rheinfront bis zum Landtag und weiter zu den Hafenbecken.