Zum Inhalt

Derendorf: Nordfriedhof und Wohnquartiere

Derendorf verbindet gründerzeitliche Wohnstraßen mit dem fast 70 Hektar großen Nordfriedhof und Flächen, die früher von Bahn und Industrie geprägt waren. Der Friedhof ist der größte Düsseldorfs und liegt vollständig im Stadtteil. Er bietet einen ruhigen, weitläufigen Spaziergang mit Grabkunst, alten Bäumen und historisch gestalteten Bereichen. Derendorf gehört zum Stadtbezirk 1; westlich schließt Golzheim mit dem Rheinpark an, südlich liegt Pempelfort mit Hofgarten und Ehrenhof.

Nordfriedhof: Anlage und Geschichte

Der Friedhof wurde 1884 als „Friedhof hinter dem Tannenwäldchen“ eröffnet. Die erste Beisetzung fand am 1. Mai desselben Jahres statt, nachdem der Golzheimer Friedhof seine räumlichen Kapazitäten erreicht hatte. Gartenarchitekt Eduard Hoppe erhielt den Auftrag, die zentrale Anlage rund um den Haupteingang nach französischen Gestaltungselementen zu planen. Kapelle und Leichenhalle wurden 1887 fertiggestellt. Die Anlage zeigt Grabmalgestaltung aus mehreren Epochen und verbindet ihre Funktion als Begräbnisort mit städtischer Garten- und Erinnerungskultur. Eduard Hoppe gewann 1882 den städtischen Gestaltungswettbewerb. Er ordnete Kapelle, Leichenhalle und ein Hochkreuz entlang einer Nord-Süd-Achse an; zwischen Eingang und Kapelle lagen großzügige Rasenflächen und Blumenbeete. Alleen mit verschiedenen Baumarten prägen das Hauptwegenetz, während Hoppe die übrige Fläche als englischen Landschaftsgarten anlegte. Das ursprüngliche Plangebiet umfasste 21,17 Hektar.

Grabkunst: von Barlach bis Feld 72

Auf dem Nordfriedhof sind Werke bekannter Bildhauer erhalten. Dazu zählt Ernst Barlachs Grabmal für Louise Dumont-Lindemann. Grabmale der Familien Pfeiffer und Schieß gehen auf Friedrich Coubillier zurück; weitere Arbeiten schuf der Düsseldorfer Bildhauer D. Meinardus. Auch die Familiengrüfte von Henkel, Haniel und Poensgen verknüpfen den Friedhof mit der Wirtschafts- und Stadtgeschichte. Die historischen Grabfelder auf den Hügeln nördlich der Kapelle bilden den als Feld 72 bezeichneten Abschnitt; er steht seit 1979 unter Schutz. Die Hügel und die Wegeführung machen den geschützten Bereich als eigenen Teil der Anlage erkennbar.

Haupteingang und Wandelhalle

Der Haupteingang erhielt 1936 seine endgültige Form. An seiner Westseite liegt eine Wandelhalle; am Eingang befindet sich ein Relief mit den drei Nornen aus der nordischen Mythologie. Zusammen mit Kapelle und Leichenhalle prägen diese Bauten die repräsentative Eingangszone. Der Rundgang verbindet einzelne Grabmäler mit der Architektur der Anlage und den Übergängen zwischen Eingangsbereich, Wegen und Grabfeldern.

Derendorf und die nördlichen Stadtteile

Außerhalb des Friedhofs zeigt Derendorf eine Mischung aus älteren Wohnstraßen, ehemaligen Bahnflächen und neueren Nutzungen. Nach dem Abbau der Düsseldorfer Festungsanlagen im 19. Jahrhundert beschleunigte sich die Entwicklung; Eisenbahn und Industrialisierung brachten neue Arbeits- und Wohnorte hervor. Größere Straßen führen durch Geschäftsbereiche, während Seitenstraßen ruhigere Wohnlagen zeigen. Unterschiedliche Gebäudetypen machen diese Entwicklung rund um den Friedhof sichtbar.

Eine passende Runde wählen

Für einen konzentrierten Besuch reicht ein Rundgang durch Eingangsbereich, Wandelhalle und die historischen Grabfelder. Wer länger unterwegs ist, verbindet den Friedhof mit einem Spaziergang durch Derendorfs Wohnquartiere. Eine Fortsetzung in Richtung Golzheim führt zum Rheinpark; südlich schließt Pempelfort mit Hofgarten und Ehrenhof an. So lässt sich der Besuch wahlweise auf Friedhofs- und Grabkunstgeschichte konzentrieren oder als längerer nördlicher Stadtrundgang gestalten.