Zum Inhalt

Carlstadt: Carlsplatz, Palais und Museen

Die Carlstadt schließt südlich an die Altstadt an. Ihr regelmäßiges Straßennetz macht die geplante Erweiterung der Residenzstadt bis heute ablesbar. Nachdem Düsseldorf seine Residenzfunktion verloren hatte, erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Niedergang. Die geplante Erweiterung sollte neue Bürger anziehen und Raum für Wohnen und Gewerbe schaffen. Dabei griff die Stadt eine schon von Jan Wellem vorbereitete Süderweiterung auf. 1787 wurde offiziell zur Schleifung der inneren Befestigungswerke und zur anschließenden Bebauung aufgerufen. Der nach außen gesicherte Befestigungsbereich blieb zunächst erhalten. Die Benennung nach Kurfürst Carl Theodor entsprach der damaligen Praxis, neue Stadtteile nach dem regierenden Landesherrn zu benennen.

Die Zitadelle und die sogenannte Innere Extension waren für diese Süderweiterung wichtige Entwicklungsflächen. Als stark befestigter Bereich bot die Extension Platz für Wohn- und Geschäftsräume innerhalb des äußeren Schutzrings. Der geometrische Plan ordnete Straßen und Plätze so, dass das neue Quartier übersichtlich blieb.

Vom Carlsplatz durch das geometrische Straßennetz

Der Carlsplatz bietet einen gut auffindbaren Ausgangspunkt für einen Spaziergang. Von hier führen Straßen durch das rechtwinklige Raster zur Bilker Straße und zum Schwanenmarkt. Die geraden Achsen und klar gefassten Plätze unterscheiden die Stadterweiterung von den engeren Gassen der Altstadt. Der Carlsplatz verbindet den historischen Grundriss mit dem Marktleben: Er ist der älteste noch betriebene Düsseldorfer Marktplatz und zieht mit mehr als 60 Ständen täglich Besucher zum Einkaufen und Essen an. Bei der Umgestaltung, die 2024 abgeschlossen wurde, erhielt die Südseite einen barrierefreien Gehweg mit Sitzgelegenheiten; vier neue Bäume ergänzten den Platz. Der 1958 entstandene Brunnen von Ferdinand Heseding setzt einen markanten Akzent im Platzraum.

Vom Markt aus lässt sich die Bilker Straße als kulturelle Achse nutzen. Dort befinden sich das Heinrich-Heine-Institut und das Marionettentheater; weiter südlich liegt das Palais Spee mit dem Stadtmuseum. Der Gang kann über den Schwanenmarkt zur Altstadt und zum Rathaus und Marktplatz verlängert werden. Dort geht das regelmäßige Straßennetz in die älteren Gassen des historischen Zentrums über.

Palais, Kirche und Spuren der Festung

Das Palais Spee, die Maxkirche und weitere barocke Gebäude ergänzen die jüngere Stadtplanung um ältere Baugeschichte. Das Palais beherbergt das Stadtmuseum; sein Park öffnet sich zum Spee’schen Graben. Auch am alten Hafen sind Wasserzüge und Reste der Befestigungslandschaft erhalten. Die Denkmalbereichssatzung führt unter anderem die Maxkirche, das Palais Spee, den Spee’schen Graben und den Alten Hafen als geschützte Orte auf. Grundriss, Wasserläufe und Platzfolgen zeigen, wie die frühere Verteidigungslandschaft in die spätere Stadt überging.

Der nördliche Abschluss der Erweiterung lag in einem Bereich, der nach dem Wegfall der Befestigung ab 1801 zur Königsallee werden sollte. Diese Entwicklung verbindet die Carlstadt mit der weiter wachsenden Innenstadt. Im Süden setzt sich der Stadtraum Richtung Unterbilk fort, während die Altstadt nördlich anschließt. Als Teil von Stadtbezirk 1 lässt sich die Carlstadt deshalb leicht in einen längeren Gang durch das Zentrum einordnen.