Stahlwerk: Vom Werkstattgebäude zur Bühne
Von der Lehrwerkstatt zur Veranstaltungshalle
Das Stahlwerk in Düsseldorf-Lierenfeld nutzt Räume einer früheren Lehrwerkstatt der Mannesmannröhren-Werke an der Ronsdorfer Straße. Die industrielle Herkunft prägt den Namen und den Charakter des Hauses. Die Veranstaltungsstätte eröffnete im Dezember 1993, als die Werkstatt leer stand. Der Düsseldorfer Unternehmer Stefan Prill hatte das Gebäude besichtigt und entwickelte daraus die Idee eines neuen Veranstaltungsorts. Die Umnutzung knüpfte an die großzügigen Arbeitsräume an und gab ihnen eine öffentliche Funktion.
Bei der Eröffnung am 17. und 18. Dezember 1993 kamen zunächst vor allem Freunde und Bekannte. Damals füllte sich die Party erst in den frühen Morgenstunden. Auch der Name entstand in dieser Gründungsphase: Nach einem Rechtsstreit um den zunächst erwogenen Titel „Kraftwerk“ wurde „Stahlwerk“ zum Namen der Location. Das erste Livekonzert gab 1993 der Kölner Musiker Jürgen Zeltinger.
Räume für unterschiedliche Bühnenformate
Im Laufe der Jahre wurde das Stahlwerk zu einer festen Adresse für Konzerte, Partys und Veranstaltungen. Im Rückblick zum 25-jährigen Bestehen, erschienen im Januar 2019, bot das Haus mehrere Raumgrößen und Nutzungsmöglichkeiten: Die Halle ließ sich für größere Konzerte und Feiern einrichten, während Club- und Gastronomiebereiche kleinere Formate ermöglichten. Zum Konzertprogramm gehörten im Lauf der Jahre beispielsweise Alice Cooper, Iggy Pop, Nine Inch Nails und Morrissey. Auch elektronische Musik mit Faithless und DJ Carl Cox fand hier einen Ort.
Heute umfasst die Anlage eine Multifunktionshalle mit fester Bühne, den Ampere Club im Obergeschoss und den Außenbereich Treibgut. Diese Bereiche geben dem Haus ein breites Veranstaltungsprofil. Die Halle wird für Konzerte und größere Events genutzt, der Club für kleinere Musikformate; Treibgut erweitert das Angebot in der warmen Jahreszeit. Das Stahlwerk veranstaltet an der Ronsdorfer Straße Konzerte und Partys in diesen Räumen.
Der Jubiläumsrückblick von 2019 beschrieb fünf Raumkonfigurationen für Veranstaltungen mit 20 bis 2.500 Gästen. Die große Halle maß 800 Quadratmeter und hatte eine 150 Quadratmeter große Bühne; der Club134 fasste bis zu 400 Besucher. Zum Gelände gehörten außerdem der sieben Meter hohe Tower und der 1.000 Quadratmeter große Außenbereich Treibgut. Die Angaben machen die Größenordnung sichtbar, die sich hinter dem wandelbaren Veranstaltungsort verbarg.
Ein Stück Industriegeschichte in Lierenfeld
Die Geschichte des Stahlwerks verbindet eine konkrete Gebäudenutzung mit dem industriell geprägten Düsseldorfer Osten. Mannesmanns Röhrenproduktion und die dafür eingerichtete Ausbildung gehörten zur Arbeitswelt des Standorts; seit 1993 ist die Halle ein Kultur- und Veranstaltungsort. Der Name hält diese Herkunft im Stadtbild präsent. Damit lässt sich die Entwicklung des Hauses auch in die Industriegeschichte Düsseldorfs einordnen. Für Musikveranstaltungen bietet die Musikgeschichte der Stadt den weiteren Zusammenhang.
Eine andere umgenutzte Düsseldorfer Spielstätte ist das Capitol Theater, das 1996 in einem früheren Straßenbahndepot eröffnet wurde.
Bei einem heutigen Besuch unterscheiden sich Halle und Club auch beim Zugang: Der Betreiber nennt das Stahlwerk barrierefrei und mit einer Behindertentoilette ausgestattet; der Clubbereich ist über Treppen erreichbar. Auf Partys gilt ein Mindestalter von 18 Jahren. Bei Konzerten erhalten Jugendliche unter 16 Jahren mit einer erziehungsberechtigten oder entsprechend bevollmächtigten volljährigen Begleitperson Einlass.