Stadtmuseum Düsseldorf
Das Stadtmuseum Düsseldorf erzählt Stadt- und Regionalgeschichte anhand von archäologischen Funden, Kunstwerken, Fotografien und grafischen Beständen. Die Sammlungen reichen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Ihre Bereiche erschließen verschiedene Fragen: Wie entwickelte sich die Region unter wechselnden Herrschaften? Wie veränderten Industrialisierung und Stadtwachstum Düsseldorf? Welche Bilder und Objekte dokumentieren das Leben im 20. und 21. Jahrhundert? Das Museum im Palais Spee bietet damit einen historischen Rahmen für einen Altstadtbesuch, der über einzelne Bauwerke hinausgeht.
Von frühen Funden bis zur Residenzgeschichte
Die Sammlung zur Ur- und Frühgeschichte sowie zur Stadtgeschichte bis 1794 beginnt mit Funden aus der Steinzeit und reicht bis ins späte 18. Jahrhundert. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden die Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg im 16. und 17. Jahrhundert sowie die Herrschaft der Herzöge von Jülich-Berg aus dem Hause Pfalz-Neuburg. Archäologische Fundstücke, Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Kunsthandwerk und Archivalien führen unterschiedliche Quellengattungen zusammen.
Porträts machen die dynastische Geschichte anschaulich. Zu den hervorgehobenen Werken gehören Bildnisse Herzog Wilhelms des Reichen aus dem Jahr 1591 und seines Sohnes Johann Wilhelm aus dem Jahr 1605, gemalt von Johan Malthain. Jan Frans van Douven porträtierte Kurfürst Johann Wilhelm, bekannt als Jan Wellem, 1708 im Schmuckharnisch und mit Herrschaftsinsignien. Ein späteres Bildnis zeigt ihn nach seinem Tod. Solche Werke geben Auskunft über Personen, politische Selbstdarstellung und den Rang des Düsseldorfer Hofes.
Auch die Kupferstiche Frans Hogenbergs gehören zu den wichtigen Beständen. Seine teilweise handkolorierten Darstellungen der achttägigen Hochzeitsfeier von Johann Wilhelm und Jakobe von Baden im Jahr 1585 zeigen zugleich die Festfolge und Ansichten der damaligen Stadt. Rheinfront und Schloss werden so zu historischen Bildquellen. Für Besucher eröffnet das einen konkreten Zugang: Stadtgeschichte lässt sich anhand von Details auf Bildern lesen.
Das 19. Jahrhundert und die fotografische Sammlung
Ein eigener Sammlungsbereich widmet sich dem 19. Jahrhundert und der Fotografie. Der Zeitraum umfasst den Wandel nach 1794, französische Herrschaft, Industrialisierung sowie Düsseldorfs Kunst-, Musik- und Literaturleben. Fotografien ergänzen schriftliche und künstlerische Überlieferung durch Ansichten von Straßen, Gebäuden und Menschen. Die fotografische Sammlung umfasst über 100.000 Aufnahmen. Der Bestand macht Veränderungen des Stadtbildes vergleichbar und hilft, heutige Straßenräume mit früheren Zuständen in Beziehung zu setzen.
Grafik und Stadtgesellschaft im 20. und 21. Jahrhundert
Die grafische Sammlung führt in die jüngere Geschichte. Zu den Themen gehören die Kunstszene der Weimarer Republik, Düsseldorf während des Nationalsozialismus und die Zeit nach 1945. Damit spannt das Museum einen Bogen von kultureller Blüte über Diktatur und Krieg bis zum Wiederaufbau und zur Nachkriegsgesellschaft. Die Bestände verbinden künstlerische Arbeit mit politischen und sozialen Veränderungen; sie bieten einen Zugang zur Frage, wie sich eine Großstadt in verschiedenen Epochen selbst darstellt.
Wechselausstellungen und Veranstaltungen setzen jeweils eigene Schwerpunkte und verändern sich im Jahresverlauf. Der dauerhafte Nutzen der Sammlung liegt in der Möglichkeit, die Stadtgeschichte epochenübergreifend zu betrachten: archäologische Funde erklären frühe Lebenswelten, Porträts veranschaulichen Hof und Herrschaft, Fotografien dokumentieren den Stadtraum und Grafiken erschließen die jüngere Kulturgeschichte.
Palais Spee und Museen in der Altstadt
Das Museum befindet sich im ehemaligen Palais der Grafen Spee an der Berger Allee. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und teilweise verändert wiederaufgebaut. Palais, Parkanlage, vorgelagerte Wasserflächen und ihre gärtnerische Einfassung stehen als Denkmal unter Schutz. Der Ort gehört zum ehemaligen Festungsbereich; erhaltene Reste der Bastion veranschaulichen die frühere Stadtgrenze des 17. Jahrhunderts. Der Museumsbesuch verbindet daher Sammlung und Architekturgeschichte an einem Ort.
Wer den Altstadtbesuch nach Themen gliedern möchte, kann das Filmmuseum Düsseldorf zur Filmgeschichte ergänzen. Das Heinrich-Heine-Institut widmet sich Literatur und Heines Werk; die Mahn- und Gedenkstätte setzt einen eigenständigen Schwerpunkt auf NS-Geschichte und Erinnerung. Zusammen zeigen die Häuser, wie unterschiedlich sich Düsseldorfs Vergangenheit in Museen erschließen lässt.