Zum Inhalt

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf macht die nationalsozialistische Herrschaft in der Stadt anhand persönlicher Lebensgeschichten nachvollziehbar. Im Zentrum der Dauerausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ stehen junge Menschen: ihre Verfolgung, ihre Handlungsmöglichkeiten und ihre Einbindung in die damalige Gesellschaft. Biografien geben der Stadtgeschichte ein konkretes Gesicht und zeigen, wie politische Verhältnisse in Familien, Schulen und im Alltag wirkten.

Biografien erschließen Verfolgung und Alltag

Die Ausstellung verfolgt unterschiedliche Lebenswege und macht die Vielfalt der Erfahrungen sichtbar. Kinder und Jugendliche begegnen darin als Menschen mit Beziehungen, Entscheidungen und Zukunftsplänen, die durch die Diktatur bedroht oder zerstört wurden. Dokumente und persönliche Zeugnisse verbinden individuelles Erleben mit den politischen Strukturen des NS-Regimes. So lässt sich nachvollziehen, wie Ausgrenzung und Verfolgung in Düsseldorf Gestalt annahmen und welche Folgen sie für die Betroffenen hatten.

Die Gedenkstätte behandelt weitere Opfergruppen und Lebenssituationen im nationalsozialistischen Düsseldorf. Die Dauerausstellung ordnet Biografien in die Jahre 1933 bis 1945 ein. Ein weiterer Themenbereich führt in die Nachkriegszeit: Düsseldorfer NS-Prozesse, der demokratische Neubeginn und der Wandel der Erinnerungskultur zeigen, wie die Stadt mit den Verbrechen und ihrer Aufarbeitung umging. Der Besuch umfasst so die Diktatur und die spätere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit.

Ein Lern- und Forschungsort in der Altstadt

Die Einrichtung verbindet Museum, Bildung und historische Forschung. Eine Präsenzbibliothek mit mehr als 6.000 Titeln und ein Offenes Archiv ermöglichen die vertiefende Arbeit mit Themen der Stadtgeschichte. Führungen, Stadtrundgänge und Workshops eröffnen weitere Zugänge für Einzelne, Schulklassen und Gruppen. Sonderausstellungen setzen zeitlich begrenzte Schwerpunkte und ergänzen die Dauerausstellung, während Veranstaltungen Fragen der Erinnerung in die Gegenwart tragen. Ein englischsprachiger Audioguide unterstützt den individuellen Rundgang. Zum Haus gehört außerdem ein historisch erhaltener Luftschutzkeller, der ebenfalls besichtigt werden kann.

Das Haus befindet sich in der Mühlenstraße 29 in der Altstadt, nahe der Heinrich-Heine-Allee. Die Räume verteilen sich auf historische Gebäudeteile und einen verbindenden Neubau. Das Forum dieses Ensembles nimmt die Nachgeschichte des Nationalsozialismus und die gesellschaftliche Erinnerung auf. Der Zugang zur Ausstellung und zu den Räumen an der Andreasstraße ist barrierefrei. Die Ausstellung öffnet Dienstag bis Freitag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr sowie Samstag von 13 bis 17 Uhr; montags bleibt sie geschlossen. Der Eintritt ist frei. Für Gruppen und Bildungsangebote gelten gesonderte Anmeldemöglichkeiten.

Anzeige

Mit weiteren Museen der Altstadt verbinden

Die Gedenkstätte lässt sich in einen Besuch mehrerer Düsseldorfer Museen einordnen. Das Stadtmuseum vermittelt die Entwicklung Düsseldorfs über längere Zeiträume; das Filmmuseum widmet sich der Geschichte und Wirkung des bewegten Bildes. Das Hetjens ergänzt den Museumsbesuch um Keramik aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Diese Häuser bieten unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt und ihre Kultur. In der Mahn- und Gedenkstätte bleibt der Schwerpunkt die Auseinandersetzung mit Diktatur, Verfolgung und demokratischer Erinnerung. Die räumliche Nähe zur Altstadt macht es leicht, den Museumsbesuch mit einem Rundgang durch das historische Zentrum zu verbinden.