K21: internationale Gegenwartskunst im Ständehaus
Das K21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt internationale Gegenwartskunst im ehemaligen Ständehaus am Kaiserteich. Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts entfaltet sich hier in einem historischen Parlamentsgebäude, dessen Umbau die Architektur zum Teil des Museumsbesuchs macht. Das Haus wurde 2002 als zweiter Standort der Kunstsammlung für moderne Kunst eröffnet. Es verbindet Sammlungspräsentation, wechselnde Ausstellungen und markante Räume zu einem eigenständigen Museumserlebnis.
K21
Foto: Markus Lenk
Das Ständehaus als Museumsarchitektur
Das Ständehaus entstand 1876 bis 1880 im historistischen Stil und war bis 1988 Sitz des nordrhein-westfälischen Landtags. Vier Gebäudeflügel umgeben eine zentrale Piazza, die als öffentlicher Platz im Inneren des Hauses wirkt. Beim Umbau durch das Münchner Architekturbüro Kiessler + Partner erhielt das Gebäude ein großes gläsernes Kuppeldach. Es überspannt die oberste Etage und prägt den Lichteindruck der Räume. Die flexible Ausstellungshalle im Untergeschoss und die Obergeschosse umfassen zusammen mehr als 5.300 Quadratmeter Ausstellungsfläche.
Die Umgestaltung lässt ältere und neue Funktionen nebeneinander erkennen. Der historische Baukörper bleibt lesbar, während Kuppel, Piazza und moderne Ausstellungsräume den Museumsbetrieb ermöglichen. Die Architektur führt durch verschiedene Ebenen: vom offenen zentralen Raum zu den Galerien und weiter in das Untergeschoss. Dadurch ist das K21 zugleich Kunstmuseum und Beispiel dafür, wie ein repräsentatives Verwaltungsgebäude für eine kulturelle Nutzung weitergeführt wurde.
Gegenwartskunst und wechselnde Sammlungsblicke
Die Sammlungspräsentation im zweiten und dritten Obergeschoss umfasst Malerei, Fotografie, Skulptur, Video und raumgreifende Installationen. Zu den Künstlerinnen und Künstlern mit Arbeiten in der Sammlung zählen Thomas Struth, Candida Höfer, Thomas Schütte, Ai Weiwei, Hito Steyerl und William Kentridge. Die Werke eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Gegenwart, Medien und gesellschaftliche Veränderung. Die Auswahl wird regelmäßig neu zusammengestellt; einzelne Hängungen und Werkgruppen wechseln daher.
Ein dauerhaftes Werk ist Reinhard Muchas Installation „Das Deutschlandgerät“. Sie befindet sich seit der Eröffnung des K21 im Jahr 2002 im früheren Plenarsaal. Der historische Sitzungssaal erhält eine neue Funktion als Ausstellungsraum, während die Installation die politische Vergangenheit des Ständehauses im heutigen Museumsbesuch präsent hält. Im ersten Obergeschoss befindet sich zudem das Archiv von Dorothee und Konrad Fischer, dessen Präsentationen die Geschichte der Galerie und ausgewählte künstlerische Positionen aufnehmen.
Zur Eröffnung des K21 2002 beauftragte die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Jorge Pardo mit der Gestaltung des Café- und Barbereichs am Kaiserteich. Orange-grüne Blasenmuster an den Wänden und verschachtelte grüne Leuchten prägen den Entwurf; die Gestaltung verbindet Kunst, Architektur und alltägliche Nutzung des Hauses.
K21 und K20: zwei Sammlungsorte
Das K21 setzt den Schwerpunkt auf internationale Gegenwartskunst. Im K20 am Grabbeplatz steht die Kunst der Moderne im Zentrum; beide Häuser gehören zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Die Museen in Düsseldorf bieten weitere Möglichkeiten, Kunst-, Stadt- und Kulturgeschichte in einem Besuch zu verbinden. Mit der Sammlung des Kunstpalasts und den wechselnden Ausstellungen der Kunsthalle Düsseldorf lässt sich der Blick auf die Museums- und Ausstellungsszene erweitern.
Das K21 liegt an der Ständehausstraße 1 im Stadtteil Unterbilk, am Kaiserteich. Tickets und Besuchsorganisation bietet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Die Verbindung aus historischem Ständehaus, zentraler Piazza und Gegenwartskunst macht den Standort zu einem Ziel für Architektur- und Kunstinteressierte.