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Goethe-Museum im Schloss Jägerhof

Das Goethe-Museum im Schloss Jägerhof widmet sich Leben, Werk und Wirkung Johann Wolfgang von Goethes. Originalhandschriften, Bücher, Bilder und weitere Zeugnisse erschließen, wie seine Texte entstanden, verbreitet und in unterschiedlichen Zeiten gelesen wurden. Zugleich zeigen sie Goethe als Reisenden und Naturforscher sowie als Autor, dessen Werk in verschiedene Kulturen hineinwirkte. Schloss Jägerhof am Hofgarten gibt diesen Themen einen historischen Ort: In der Nachbarschaft lag der Landsitz seines Freundes Friedrich Heinrich Jacobi, auf dem Goethe 1774 und 1792 zu Gast war.

Goethes Farbenlehre und wissenschaftliche Neugier

Im Erdgeschoss führt ein eigener Raum in Goethes Beschäftigung mit Optik und Farbenlehre. Originalhandschriften, Drucke und Bilder aus Goethes Zeit verbinden die theoretische Auseinandersetzung mit ihrer Überlieferung. Nachbauten von Experimentiergeräten machen Farbphänomene beobachtbar und verdeutlichen, dass Goethe Naturwissenschaft auch durch eigene Versuche erkundete. Dieser Zugang ergänzt die literarischen Zeugnisse um eine praktische Dimension: Besucher können nachvollziehen, welche Beobachtungen hinter Goethes Beschäftigung mit Farbe standen und wie sich seine naturwissenschaftlichen Interessen neben dem dichterischen Werk entwickelten.

Weitere Räume zeigen ausgewählte Stücke aus der Sammlung Anton Kippenbergs. Dazu gehören Buch- und Bildzeugnisse sowie originalgetreue Modelle von Goethes Wohn- und Gartenhaus in Weimar. Die Modelle veranschaulichen zwei zentrale Orte seines Lebens und Schreibens; Handschriften und Drucke machen zugleich sichtbar, wie Werke überliefert und gestaltet wurden. Ein kleiner Verbindungsraum zum „Werther“ führt von einem bekannten literarischen Werk in die Sammlung. Zusammen eröffnen die Räume mehrere konkrete Zugänge: das Experiment, das Buch, das Bild und den Ort, an dem Goethe lebte und arbeitete.

Reisen, Weltliteratur und kulturelle Wirkung

Goethes Reisen bilden einen besonders großen Schwerpunkt der Präsentation. Italien steht im Zentrum seiner Reiseerfahrungen; weitere Bezüge führen ins Rheinland und nach Böhmen. Die ausgestellten Zeugnisse erlauben, Reise als Wahrnehmung und geistige Verarbeitung zu betrachten: Landschaften, Begegnungen und Lektüren gingen in Goethes Schreiben ein und erweiterten seinen Blick auf Kunst und Geschichte. Im Museum verbinden sich daher biografische Wege mit der Frage, wie fremde Orte und Kulturen in Literatur aufgenommen werden.

Auch Goethes Beschäftigung mit dem persischen Dichter Hafis wird greifbar. Während Aufenthalten in Heidelberg und Wiesbaden regte die Beschäftigung mit Hafis Goethe zum „West-östlichen Divan“ an. Dieser Zusammenhang zeigt, wie intensive Lektüre in ein eigenständiges Werk münden konnte. Andere Räume thematisieren Goethes Wirkung auf Byron und Manzoni sowie seine Auseinandersetzung mit Indien und China. Die Perspektive reicht damit über den deutschsprachigen Literaturraum hinaus: Sie umfasst sowohl Goethes eigene Aufnahme anderer Kulturen als auch die spätere Rezeption seines Werks in Europa.

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Schloss Jägerhof und der Hofgarten

Schloss Jägerhof liegt an der Jacobistraße am Rand des Hofgartens. Das Gebäude verbindet die Sammlung mit einem konkreten Ort der Düsseldorfer Geistesgeschichte, denn Goethes Aufenthalte bei Jacobi fanden in der unmittelbaren Nachbarschaft statt. Ein Spaziergang durch den Hofgarten kann den Museumsbesuch deshalb um den Stadtraum ergänzen, in dem diese Begegnung verankert ist.

Wer weitere Literaturorte einbeziehen möchte, findet im Heinrich-Heine-Institut einen Düsseldorfer Schwerpunkt zu Heinrich Heine und Literaturgeschichte. Das Stadtmuseum bietet den größeren Rahmen zur Entwicklung der Stadt und ihrer Region. Das Filmmuseum ergänzt einen Altstadtbesuch mit Filmgeschichte und Vorführungen. Zusammen mit der Goethe-Sammlung entsteht so ein abwechslungsreiches Kulturprogramm aus Literatur, Stadtentwicklung und bewegten Bildern.