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Vom Ringlokschuppen zum Meilenwerk und zur Classic Remise

Ein Bahnbau aus der Zeit der Dampflokomotiven

Der Ort an der Harffstraße verbindet Eisenbahn- und Fahrkulturgeschichte. Die Classic Remise Düsseldorf informiert über den denkmalgeschützten Bau, die heutige Nutzung und den Besuch. Der Ringlokschuppen wurde zwischen 1929 und 1931 errichtet. Solche Anlagen dienten dem Abstellen und der Wartung von Lokomotiven; die ringförmige Gleisführung ermöglichte es, Fahrzeuge auf einzelne Stände auszurichten. Für Düsseldorf blieb das Gebäude ein Zeugnis der Bahninfrastruktur.

Mit dem Ende der Dampflokzeit verlor der Schuppen seine ursprüngliche Funktion. Nach Angaben des heutigen Betreibers stand er seit Mitte der 1970er-Jahre leer und verfiel. Das Gebäude wurde damit zu einer typischen Aufgabe der Industrie- und Verkehrsbaugeschichte: Wie lässt sich eine große, auf einen bestimmten Arbeitsablauf zugeschnittene Halle erhalten und wieder nutzen, wenn ihr ursprünglicher Betrieb weggefallen ist?

Vom Meilenwerk zur Classic Remise

Die späteren Eigentümer erwarben den Ringlokschuppen 2005 von der Deutschen Bahn. Die Architekten von RKW planten Restaurierung und Umbau. Die Stadt Düsseldorf unterstützte das Vorhaben; Oberbürgermeister Joachim Erwin begleitete die Entwicklung federführend. Am 16. September 2006 wurde das Autohaus „Meilenwerk“ im alten Ringlokschuppen eröffnet. Die Stadtchronik vermerkte an diesem Tag großen Besucherandrang. Der Name Meilenwerk bezeichnet diese erste Phase des Oldtimerzentrums.

Der Umbau erhielt den denkmalgeschützten Bestand und gab ihm eine neue Funktion als Zentrum für Oldtimer und Liebhaberfahrzeuge. Die heutige Nutzung verbindet verschiedene sichtbare Bereiche: Werkstätten und Restaurationsbetriebe, Fahrzeughandel, Ersatzteile und Zubehör, Literatur sowie gastronomische Angebote. Klassische Fahrzeuge stehen in gläsernen Einstellboxen; daneben können Besucher in Werkstätten Einblicke in Service- und Restaurierungsarbeiten erhalten. Das Gebäude bleibt so als Architektur präsent, während die Nutzung von der Eisenbahntechnik zur Automobilkultur wechselte.

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Ein Ort mit mehreren Zeitschichten

Die Geschichte des Hauses lässt sich an drei Zeitpunkten festmachen: Bau zwischen 1929 und 1931, Aufgabe der Dampfloknutzung und Leerstand ab der Mitte der 1970er-Jahre sowie Erwerb und Umbau ab 2005 mit der Eröffnung 2006. Diese Abfolge erklärt, warum das Gebäude mehr ist als eine Kulisse für Oldtimer. Der große Hallenraum, seine frühere Bahnfunktion und seine heutige offene Nutzung bleiben zugleich lesbar.

Die heutige Nutzung ist für Besucher unmittelbar zugänglich: Die Classic Remise nennt den Eintritt frei und beschreibt die Präsentation der Fahrzeuge in gläsernen Einstellboxen als Dauerausstellung. Werkstätten, Fahrzeughandel, Zubehör, Literatur und Gastronomie ergänzen den Rundgang. Für eine geführte Besichtigung bittet der Betreiber um Voranmeldung. Geöffnet ist montags bis samstags von 8 bis 23 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 23 Uhr; ab 20 Uhr ist der Zugang dem Restaurantbesuch vorbehalten. Die frühere Bahnhalle und die heutige Fahrkulturstätte bleiben dabei zugleich sichtbar.

Seit Frühjahr 2011 trägt der Standort unter einem geänderten Lizenzmodell den Namen Classic Remise Düsseldorf. Der frühere Ringlokschuppen ist seit dem 14. November 1991 als technisches Denkmal eingetragen. Seine 30 Lokstände lagen um eine zentrale Drehscheibe; über sie konnten die Lokomotiven auf die einzelnen Gleise gelangen. Die erhaltene Bahnhalle ergänzt die Industriegeschichte Düsseldorfs um einen öffentlich zugänglichen Verkehrs- und Werkstattbau. Ihre Umnutzung gehört zur jüngeren Stadtgeschichte.

Ein Besuch der Classic Remise lässt sich mit weiteren Museen in Düsseldorf kombinieren. Für einen mehrtägigen Aufenthalt bieten Hotels und Unterkünfte in Düsseldorf einen Ausgangspunkt für Besuche an verschiedenen Orten der Stadt.