Wittlaer in Düsseldorf: Rheinort mit dörflichem Charakter
Wittlaer verbindet einen historischen Dorfkern am Rhein mit der späteren Wohnsiedlung Einbrungen. Der Flussraum und die unterschiedlich geprägten Ortsbereiche geben dem Stadtteil im Düsseldorfer Norden ein eigenes Profil. Wer Wittlaer erkundet, kann Ortsgeschichte, Kirchenbau und die Entwicklung verschiedener Wohnformen an einem Ort zusammen betrachten.
Wittlaer: Dorfgeschichte am Rhein
Das Stadtarchiv ordnet Wittlaers erste Erwähnung in den Zeitraum von der Mitte des 12. bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts ein. Wittlaer gehörte zum Amt Angerland und wurde 1975 im Zuge der kommunalen Neugliederung nach Düsseldorf eingemeindet. Der frühere Amtsverband und die spätere Eingliederung bilden wichtige Stationen der Verwaltungsgeschichte. Der historische Ortskern bewahrt eine kleinteiligere Struktur als die dichter bebauten Stadtquartiere.
Die Rheinlage prägt den landschaftlichen Rahmen des Dorfes. Häuser und Straßen des Ortskerns treffen hier auf den offenen Flussraum; niederrheinisch geprägte Gaststätten und Biergärten ergänzen den Aufenthalt am Ufer. So verbinden sich die gewachsene Ortsstruktur und die Landschaft zu einem anschaulichen Bild des nördlichen Stadtteils.
St. Remigius: eine Kirche mit mittelalterlichem Kern
Ein konkreter Ort der langen Wittlaerer Geschichte ist die katholische Pfarrkirche St. Remigius an der Kalkstraße. Die Kirchengemeinde nennt 1144 als erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Wittlaer. Für 1223 ist eine Altarweihe belegt; zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstand die Kirche als dreischiffige Pfeilerbasilika mit Chor und Apsis. Damit lässt sich der mittelalterliche Ortskern an einem erhaltenen Bauwerk fassen, dessen Entwicklung mehrere deutlich datierte Bauphasen umfasst.
Auch am Bau selbst liegen die Epochen dicht beieinander: Die Kirchengemeinde datiert den Westturm in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts und hält Teile des Mittelschiffs für möglicherweise noch älter. Chor, Apsis und Seitenschiffe kamen zu Beginn des 13. Jahrhunderts hinzu. So lässt sich die Entwicklung vom frühen Kirchenbau zur größeren Basilika unmittelbar an der Gebäudestruktur nachvollziehen.
Restaurierungen und eine Reromanisierung fanden 1868 bis 1871 nach Plänen des Kölner Architekten Vincenz Statz statt. Der Westturm wurde 1878 erneuert. Wiederherstellungsarbeiten folgten von 1946 bis 1969. Bei der Innenraumsanierung 1994 und 1995 wurde auch die Decke neu gefasst. Diese markanten Bauphasen geben dem historischen Ortskern einen konkreten, über Jahrhunderte gewachsenen Bezugspunkt.
Einbrungen: alte Ortsüberlieferung, jüngere Siedlung
Einbrungen wird in der Zeitleiste des Stadtarchivs bereits zwischen 1090 und 1120 erstmals erwähnt. Der Ortsname ist damit älter als die heutige Siedlung, die Wittlaer um Wohngebiete mit unterschiedlichen Gebäudetypen ergänzt. Einfamilienhäuser und mehrgeschossiger Wohnungsbau zeigen verschiedene Maßstäbe des Wohnens. Die schriftliche Überlieferung und die jüngere bauliche Entwicklung erzählen daher unterschiedliche Kapitel desselben Stadtteils.
Wittlaer im Stadtbezirk 5
Wittlaer gehört zum Stadtbezirk 5, zu dem auch Kaiserswerth, Kalkum, Angermund, Lohausen und Stockum zählen. Diese sechs Stadtteile bilden den Stadtbezirk 5. Als historische Orte ergänzen Kaiserswerth und Angermund den Blick auf die nördlichen Rhein- und Ortslagen. Auch Kalkum gehört zu den historischen Siedlungen des Bezirks. Zusammen lassen sich so unterschiedliche Ortsgeschichten und Siedlungsbilder des Düsseldorfer Nordens einordnen.