Kalkum in Düsseldorf: Wasserschloss und Landschaftspark
Kalkum verbindet einen dörflich geprägten Ortskern mit dem historischen Wasserschloss und seinem Landschaftspark. St. Lambertus und eine alte Wassermühle ergänzen das Ensemble um Zeugnisse des kirchlichen und wirtschaftlichen Ortslebens. Schloss und Garten erzählen von adeliger Repräsentation und Gartenkunst; Dorfkern und Kirche verankern den Besuch in der Geschichte des Stadtteils.
Vom Rittersitz zum klassizistischen Schloss
Der Rittersitz der Herren von Kalkum entwickelte sich bis zum 14. Jahrhundert zu einer burgähnlichen Anlage. Nach ihrer Zerstörung während der Kalkumer Fehde wurde sie wiederaufgebaut. Mitte des 15. Jahrhunderts ging der Besitz an die Familie von Winkelhausen über. Sie ließ die gotische Wasserburg bis 1663 zu einem repräsentativen Barockschloss erweitern. Die vier Flügel umschließen einen Innenhof; Gräben und Wasserflächen prägen den Eindruck der Anlage.
Kriege und zeitweilige militärische Nutzung beschädigten das Schloss im 17. und 18. Jahrhundert. Ab 1808 wurde es unter Georg Peter Leydel und späteren Baumeistern zum Witwensitz umgebaut. Die Arbeiten dauerten bis 1814 und verliehen dem Gebäude sein klassizistisches Erscheinungsbild. Gleichzeitig entstand der Landschaftspark. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Schloss an das Land Nordrhein-Westfalen. Zwischen 1956 und 1960 wurde es umfassend restauriert und als Archiv eingerichtet; 2014 zog das Landesarchiv aus Kalkum nach Duisburg um.
Weyhes Landschaftspark mit Wasser und Wegen
Der Düsseldorfer Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe gestaltete den Park als englischen Landschaftsgarten. Statt einer streng symmetrischen Gartenachse prägen geschwungene Wege, offene Wiesen und Gehölze den Rundgang. Der Englische Teich mit seiner Insel und die Lindenallee setzen markante Blickpunkte. Der Schwarzbach speist die Wasseranlagen und verbindet Schlossgraben und Teich mit der Umgebung. So erschließt sich die Anlage als gestaltete Landschaft, in der sich wechselnde Ausblicke auf das Schloss und die Parkgewässer öffnen.
Für Besucher steht der Spaziergang durch den Park im Mittelpunkt. Die Schlossräume werden gelegentlich für Konzerte und Empfänge genutzt; der reguläre Besuch konzentriert sich auf den Park und die Außenansichten. Damit liegen die frei erlebbaren Wege und Gartenräume im Vordergrund, während die Architektur von außen die historische Mitte des Ensembles bildet.
Kirche, Mühle und Dorfkern
Die Pfarrkirche St. Lambertus stammt aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Ihr Standort verbindet den historischen Kirchbau mit dem gewachsenen Ortskern. Die alte Wassermühle verweist auf die Nutzung des Schwarzbachs und des Wassers im ländlichen Wirtschaftsleben. Zusammen zeigen Kirche, Mühle und Schlosspark unterschiedliche Seiten Kalkums: den religiösen Mittelpunkt, frühere Arbeit am Wasser und die Gestaltung eines adeligen Landsitzes. Das ländliche Straßenbild hält diese Ziele in einer überschaubaren Ortsstruktur zusammen.
Zum Stadtbezirk 5 gehören neben Kalkum die fünf Stadtteile Stockum, Lohausen, Kaiserswerth, Wittlaer und Angermund. Das Profil von Stockum führt zu Messe und Nordpark; Lohausen verbindet den Norden mit dem Flughafen und dem Rhein. Kaiserswerth ergänzt die Auswahl um seinen historischen Ortskern, während Angermund ebenfalls dörfliche Strukturen im Düsseldorfer Norden zeigt. Kalkums eigener Schwerpunkt bleibt das Zusammenspiel aus Schlossgeschichte, Weyhes Park und altem Dorfkern.