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Kaiserswerth in Düsseldorf: Kaiserpfalz und Stiftsviertel

Kaiserswerth verbindet am Rheinufer drei gut erkennbare historische Stationen: den Markt mit seinen älteren Häusern, die Stiftskirche St. Suitbertus und die Ruine der Kaiserpfalz. Ein Rundgang zwischen diesen Orten erklärt, wie aus einer Rheininsel ein Klosterort, eine befestigte Siedlung und schließlich ein Düsseldorfer Stadtteil wurde. Die Wege bleiben innerhalb des alten Ortskerns überschaubar; für den Besuch lohnt es sich, Markt und Kirchenviertel mit einem Abschnitt am Fluss zu verbinden.

Von der Rheininsel zum Klosterort

Der Name des frühen Siedlungsplatzes, Rhinhusen, verweist auf die Lage im Fluss. Nach der Überlieferung gründete der aus England stammende Benediktinermönch Suitbertus um 700 dort eine Kirche und ein Kloster. Arme des Rheins umgaben den Ort, der dadurch eine eigene, vom Umland abgesetzte Lage besaß. Die Rheinfront und die historische Form des Ortskerns lassen diese Verbindung von Wasser, Übergang und Befestigung bis heute nachvollziehen.

Aus dem geistlichen Mittelpunkt entwickelte sich im Mittelalter zugleich ein strategisch bedeutender Platz. 1045 ließ Kaiser Heinrich III. einen bestehenden Hof zur Pfalz ausbauen; um 1050 nutzte er die Anlage bereits als Aufenthaltsort. Als Friedrich Barbarossa 1174 die Rheinzollstätte nach Kaiserswerth verlegen ließ, gewann der Ort zusätzliche wirtschaftliche und politische Bedeutung. Der Zoll und die Kontrolle des Stroms erklären die Lage der Pfalz unmittelbar am Rhein.

Kaiserpfalz und die Zerstörung von 1702

Die Kaiserpfalz war über Jahrhunderte ein Machtzentrum am Niederrhein. Von der Anlage ist heute eine Ruine erhalten, deren hohe Mauerzüge den Umfang der früheren Befestigung erahnen lassen. Im Spanischen Erbfolgekrieg belagerten Truppen Kaiserswerth; am 15. Juni 1702 wurde die Stadt eingenommen. Fast alle Häuser waren zerstört, die Kaiserpfalz wurde von den Siegern gesprengt. Der heutige historische Ortskern ist deshalb zugleich Zeugnis mittelalterlicher Entwicklung und späterer Wiederaufbaugeschichte.

Am Ufer lässt sich die Pfalzruine am besten in den Zusammenhang mit dem Fluss lesen: Der Rhein war Verkehrsweg, natürliche Begrenzung und Grundlage der Zollkontrolle. Die besondere Lage unterscheidet Kaiserswerth von den innerstädtischen Sehenswürdigkeiten im Zentrum. Ein eigener Abstecher zur Kaiserpfalz in Kaiserswerth führt näher an die erhaltenen Mauerreste und ihre mittelalterliche Funktion.

Stiftskirche und Markt im Ortskern

Die heutige Stiftskirche St. Suitbertus entstand ab etwa 1200; der Chor wurde 1237 fertiggestellt. In der Kirche befindet sich der Suitbertusschrein aus dem 13. und 14. Jahrhundert, eine bedeutende rheinische Goldschmiedearbeit. Der Sakralbau verankert die frühe Klostertradition im heutigen Ortsbild. Wer den Kirchenbesuch mit einem Blick auf die Baugeschichte verbindet, kann die Stiftskirche St. Suitbertus als eigenen Halt einplanen.

Rund um den Kaiserswerther Markt stehen historische Häuser, Geschäfte und Gastronomie. Das romanische Haus gehört zu den markanten Gebäuden des Viertels; das Stammhaus der Diakonissen erinnert an Theodor Fliedner, der 1836 die Diakonissenanstalt gründete. Florence Nightingale gehörte zu den bekannten Schülerinnen dieser Einrichtung. Markt, Kirche und Flussufer ergeben damit unterschiedliche Stationen eines Spaziergangs: städtisches Alltagsleben, kirchliche Kunst und die militärisch-politische Geschichte der Pfalz.

Kaiserswerth im Düsseldorfer Norden

Kaiserswerth gehört zum Stadtbezirk 5 im Düsseldorfer Norden. Der Bezirk umfasst neben historischen Rheinorten auch Wohnquartiere und große Freizeit- und Veranstaltungsorte. Damit passt Kaiserswerth besonders zu einem Besuch, bei dem ein historischer Ortskern und eine längere Rheinlandschaft im Mittelpunkt stehen. Die Sehenswürdigkeiten Düsseldorfs reichen darüber hinaus von der Altstadt am Rhein bis zu Kultur- und Architekturorten in anderen Stadtteilen. Wer den Tag in Kaiserswerth beginnt, erlebt eine eigenständige Ortsgeschichte, bevor der Weg in die Innenstadt führt.