Lohausen in Düsseldorf: Lantz’scher Park und ländlicher Ortskern
Lohausen liegt im Norden Düsseldorfs und umfasst sowohl den Flughafen als auch einen älteren Ortskern. Zwischen diesen unterschiedlichen Bereichen liegt der Lantz’sche Park, eine historische Gartenanlage mit Herrenhaus, Kapelle und Skulpturen. Der Stadtteil verbindet damit Flughafenstandort, Dorfgeschichte und Gartenkunst auf engem Raum.
Herrenhaus und Gartenanlage
Das heutige Herrenhaus entstand um 1805/06 an der Stelle eines älteren Rittersitzes. Heinrich Balthasar Lantz hatte Haus Lohausen und Haus Leuchtenberg 1804 erworben und den Stammsitz klassizistisch umgestalten lassen. Joseph Clemens Weyhe entwarf 1858 einen Landschaftsgarten mit großzügigen Rasenflächen, Baumgruppen und einem Aussichtshügel. Nach dem Tod von Mathilde Lantz wurde 1879 westlich des Hauses eine Begräbniskapelle errichtet. Carl Friedrich Julius Bouché plante 1880 für diesen Bereich einen Garten im historistischen Stil: Ein Lindenrondell, Alleen und geschwungene Wege strukturieren den Kapellenbezirk. Die verschiedenen Entwürfe lassen sich im Park als eigenständige Gartenphasen einordnen.
Ortskern und frühere Rittersitze
Die alten baulichen Anfänge Lohausens sind mit den früheren Wasserburgen Haus Lohausen und Haus Leuchtenberg verbunden. Beide waren im Spätmittelalter im Besitz der Herren von Kalkum, genannt Lohausen. Von Haus Leuchtenberg sind mittelalterliche und frühneuzeitliche Bauteile erhalten; zu beiden Anlagen bestehen mehrfach umgebaute Vorwerke. Die alte Dorfstraße beschreibt einen Bogen vom Haus Lohausen nach Osten und quert die heutige Niederrheinstraße. Entlang dieses Weges und der Straße Im Grund stehen noch Hof- und Wohngebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt ergänzt das Ortsbild mit ihrem neoromanischen Bau von 1899. Das frühere Flugfeld in der Golzheimer Heide nahm 1927 den Betrieb auf; 1929 wurde Lohausen nach Düsseldorf eingemeindet.
An der Niederrheinstraße stehen die von Rudolf Wiegmann 1839 entworfene Gedächtniskapelle für Graf Franz von Spee und die moderne Jona-Kirche. Die Wohnquartiere zwischen Nagelsweg, Nesser Weg und Im Grund entwickelten sich zwischen älteren Flurwegen. An der Bausenheide und den Nachbarstraßen gruppieren sich einheitlich gestaltete zweigeschossige Typenhäuser um eine zentrale Ringstraße. Hecken, Vorgärten und Baumbestand gliedern die Anlage aus der Nachkriegszeit. Zu den ein- bis zweigeschossigen Wohnhäusern passen die Alt Düsseldorfer Leuchten und Aufsatzleuchten. Die Häusergruppen aus der zweiten Nachkriegszeit wurden in den folgenden Jahrzehnten in vergleichbarem Maßstab ergänzt.
Parkkunst und beendetes Ausstellungsformat
Die Stadt Düsseldorf erwarb den Park 1972; seit 1978 ist er öffentlich zugänglich. Der Galerist Alfred Schmela eröffnete 1975 im Herrenhaus eine „Galerie im Park“ und entwickelte einen Skulpturenbereich. Die Kunstkommission der Stadt griff die Idee 2020 mit einem jährlichen temporären Projekt wieder auf. Die Reihe lief bis 2025 und wurde 2026 mit einer Finissage abgeschlossen. Damit stehen die dauerhaft angelegte Garten- und Parkkunst und das zeitlich begrenzte Ausstellungsformat für zwei unterschiedliche Abschnitte der jüngeren Kunstgeschichte Lohausens.
Lohausen im Düsseldorfer Norden
Der Flughafen Düsseldorf liegt auf Lohausener Gebiet. Lohausen gehört zum Stadtbezirk 5; im benachbarten Stockum liegen Nordpark und Messegelände. Weiter nördlich umfasst der Bezirk unter anderem Kaiserswerth und Kalkum.