Stadtbezirk 4: Oberkassel, Heerdt, Lörick und Niederkassel
Stadtbezirk 4 liegt links des Rheins und umfasst Oberkassel, Heerdt, Lörick und Niederkassel. Die Bezirksgrenzen gehen auf die frühere Landgemeinde Heerdt zurück. Lange war das Dorf in der Rheinschlinge stärker zum linksrheinischen Umland orientiert als zur rechtsrheinischen Stadt. Heute unterscheiden sich Oberkassels Wohnviertel, Heerdts Ortskern und Gewerbequartiere, Löricks offene Rheinuferlandschaft und Niederkassels japanisch geprägte Kulturorte.
Oberkassel: Wohnviertel und Rhein
In Oberkassel treffen Wohnstraßen, Rheinwiesen und die Nähe zum Fluss aufeinander. Mit der ersten festen Rheinbrücke von 1898 wurde die Verbindung zum Zentrum verlässlicher. Künstler, die 1902 an der großen Kunstausstellung teilgenommen hatten, ließen anschließend repräsentative Ein- und Mehrfamilienhäuser im Viertel errichten. Jugendstilfassaden prägen bis heute Teile des Straßenbilds; Barbarossa- und Luegplatz zeigen das Ensemble besonders anschaulich. Die Luegallee bildet die Haupteinkaufsstraße. Auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs ist ein neues Stadtquartier entstanden. Von den Wohnstraßen lässt sich der Weg bis an die Rheinwiesen fortsetzen, die als Erholungsraum am Fluss dienen.
Heerdt und Lörick am westlichen Rheinufer
Heerdt ist der westlichste Stadtteil Düsseldorfs und wurde bereits im 11. Jahrhundert erwähnt. Rund um Nikolaus-Knopp-Platz und Heerdter Kirche liegt der ältere Ortskern. Entlang der Hansaallee entstanden neue Wohnquartiere; zugleich ist Heerdt stark gewerblich und industriell geprägt. Das Ökotop Heerdt ergänzt diesen Kontrast um einen naturbezogenen Lern- und Begegnungsort. Die Rheinallee bildet mit stattlichen Villen und baumbestandenen Straßen eine beliebte Spazierstrecke. So begegnen sich im Stadtteil Dorfkern, Gewerbe, neue Wohnbebauung und eine repräsentative Rheinfront.
In Lörick tritt die offene Landschaft stärker hervor. Rheinwiesen und Deichvorland bilden weite Freiflächen am Fluss. Das Freibad liegt zwischen alten Bäumen in den Rheinwiesen; in der Nachbarschaft befindet sich der Yachthafen. Der alte Ortskern erinnert an die Siedlungsgeschichte, während am Seestern Büro- und Hotelhochhäuser einen modernen Arbeits- und Dienstleistungsstandort bilden. Beide Stadtteile grenzen an den Rhein, doch die Wege und Nutzungen am Ufer unterscheiden sich deutlich.
Niederkassel und das EKO-Haus
Niederkassel bewahrt einen alten Ortskern und ist zugleich ein wichtiges Zentrum japanischen Lebens in Düsseldorf. Am Niederkasseler Kirchweg entstand 1973 die Japanische Internationale Schule; im Viertel liegt außerdem das EKO-Haus der Japanischen Kultur mit buddhistischem Tempel, Garten, Teehaus und Bücherei. Das Kulturzentrum verbindet religiöse Architektur mit Bildungs- und Veranstaltungsangeboten. Seine Anlage bildet einen eigenständigen Schwerpunkt neben den Wohnstraßen und der Nähe zu Oberkassel. Ein Besuch im Bezirk kann deshalb Jugendstil und Rheinlandschaft mit einem japanisch geprägten Kulturort verbinden.
Brücke und Eingemeindung als Baugeschichte
Die erste feste Rheinbrücke von 1898 war Teil einer längeren Vorbereitung für die Stadterweiterung am linken Ufer. Ein privates Konsortium hatte die Straßenbrücke gebaut, Straßenbahnlinien ins Umland entwickelt und Bau- sowie Gewerbegebiete erschlossen. 1909 konnte Düsseldorf das linke Rheinufer in sein Stadtgebiet einbeziehen. Die bauliche und verkehrliche Erschließung gab Oberkassels neuen Wohnvierteln und den angrenzenden Arbeitsorten einen gemeinsamen Rahmen. Jugendstilbauten, das spätere Quartier am ehemaligen Güterbahnhof und die älteren Dorfkerne zeigen unterschiedliche Phasen dieser Entwicklung.