Heerdt: Alter Ortskern am linken Rheinufer
Heerdt liegt am linken Rheinufer und bildet den westlichen Teil des Stadtbezirks 4. Rund um Nikolaus-Knopp-Platz und Heerdter Kirche ist der ältere Ortskern zu erkennen. Von dort führen die Rheinallee mit ihren Villen, die Wohnquartiere an der Hansaallee und gewerblich geprägte Bereiche in eine Stadtlandschaft, die Dorfgeschichte, Wohnen und Arbeit verbindet.
Der alte Kern rund um Nikolaus-Knopp-Platz
Heerdt wurde im 11. Jahrhundert als Landgemeinde erwähnt und war lange stärker zum linksrheinischen Umland orientiert als zur Stadt Düsseldorf. Der Nikolaus-Knopp-Platz und die Heerdter Kirche geben dem alten Ortskern einen klaren Mittelpunkt. Die Straßen in seiner Umgebung erinnern an die kleinteilige Struktur des früheren Dorfes und unterscheiden sich von den später entstandenen Quartieren.
Die erste feste Rheinbrücke Düsseldorfs, die Oberkasseler Brücke, wurde 1898 eröffnet. Sie stärkte die Verbindung zwischen dem linken Ufer und der Innenstadt. Mit der Entwicklung Oberkassels wuchs auch die Bedeutung des linksrheinischen Gebiets. Heerdt wurde 1909 nach Düsseldorf eingemeindet. Die Geschichte der Gemeinde erklärt den eigenständigen Ortskern; die Rheinquerung steht für die engere Verbindung mit der rechtsrheinischen Stadt.
Rheinallee und Hansaallee: unterschiedliche Quartiere
Entlang der Rheinallee stehen Villen, die dem Straßenraum einen anderen Maßstab geben als die gewerblichen Flächen weiter westlich. An der Hansaallee entstanden neue Wohnquartiere, darunter die Heinrich-Heine-Gärten. Zugleich umfasst Heerdt Industrie- und Betriebsstandorte. Die Wohnstraßen und Villen prägen Teile des Stadtteils, während Gewerbe und Verkehr die westliche Stadtkante bestimmen.
Ökotop Heerdt: Modellprojekt und Biotop
Das Ökotop Heerdt entstand ab 1986 als ökologisches und soziales Modellprojekt. Seine Anlage verbindet eine ökologische Siedlung mit naturnahen Freiräumen und einer Begegnungsstätte. Im Heerdter Busch entwickelte sich eine Biotopstruktur, die Tieren Rückzugsräume bietet. Hecken und Gehölze gliedern die Flächen und schaffen unterschiedliche Lebensräume. Eine Vogelbeobachtungsfläche mit Schutzwand eröffnet Einblicke in die Landschaft. Umweltbildung und gemeinschaftliche Nutzung ergänzen den ökologischen Schwerpunkt.
Auch die Entstehung des Wohnquartiers folgt diesem Gedanken. Das Planungsgebiet war zuvor überwiegend von einem Gartenbaubetrieb genutzt worden; einzelne Wohnhäuser und Gewerbebauten standen zwischen größeren brachliegenden Flächen mit dichter Ruderalvegetation. In den 1990er-Jahren führte die Nachfrage nach Wohnraum zur Entwicklung neuer Wohnbauflächen. Dabei sollten die Ideen des Vereins Ökotop Heerdt für ein integriertes ökologisches System in die Planung einfließen. Das Quartier liegt im Nordwesten Heerdts an der Grenze zu Meerbusch. Der Bebauungsplan Nr. 4978/011 – Ökotop Heerdt bezeichnet die Grenzen des Gebiets genau: im Nordwesten den Böhler Weg, im Süden die Brüsseler Straße, im Osten gewerbliche Bauflächen und im Nordosten die Krefelder Straße. So verknüpfte die Planung die Umnutzung brachliegender Flächen mit neuem Wohnen und dem ökologischen Leitbild des Vereins.
Heerdt im linksrheinischen Stadtbezirk
Heerdt gehört zum Stadtbezirk 4 und bildet dessen westlichen Teil. Oberkassel ergänzt den Vergleich um gründerzeitliche Wohnstraßen und Rheinwiesen; Lörick zeigt eine offenere Uferlandschaft. Der Ortskern, die unterschiedlichen Wohnquartiere und das Ökotop geben Heerdt jeweils eine eigene räumliche Prägung.