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Rochusclub und World Team Cup: Tennisgeschichte im Grafenberger Wald

Der Rochusclub und seine Anlage im Grafenberger Wald

Der Rochusclub wurde 1898 gegründet und nutzt seine Anlage im Grafenberger Wald seit 1929. Der Düsseldorfer Tennisverein wurde besonders durch ein internationales Mannschaftsturnier bekannt: Über mehr als drei Jahrzehnte richtete er den World Team Cup aus. In der Mannschaftsweltmeisterschaft traten Spieler für ihre Nationen an; die Teamwertung gab dem Wettbewerb seinen besonderen Charakter.

Der Wettbewerb kam 1978 nach Düsseldorf und wurde auf Sandplätzen des Rochusclubs gespielt. Er fand regelmäßig im Mai, in der Woche vor den French Open, statt. Die zeitliche Nähe zum Grand-Slam-Turnier auf Sand gab dem Termin einen festen Platz im Saisonverlauf. Die Mannschaften nutzten das Turnier als internationalen Vergleich auf dem Belag, der wenige Tage später in Paris im Mittelpunkt stand. Für Düsseldorf bedeutete das jährlich wiederkehrende Begegnungen mit Nationalteams und international bekannten Spielern.

Die letzte Ausgabe 2012

Die letzte Düsseldorfer Ausgabe lief vom 20. bis 26. Mai 2012. Es war die 35. Auflage. Im selben Jahr endete der Vertrag zwischen dem Rochusclub und der ATP und damit die Düsseldorfer Mannschaftsturnierreihe.

Der Rochusclub blieb als Verein bestehen. Der Club führt den Tennissport am Standort mit Vereins- und Mannschaftswettbewerben weiter. Vereinsbetrieb, Mannschaftswettbewerbe und internationale Turniergeschichte bilden unterschiedliche Kapitel desselben Ortes.

Die Turnierreihe änderte im Lauf der Jahre mehrfach ihren Sponsorennamen. Von 1978 bis 1981 hieß sie Ambre Solaire Nations Cup, von 1982 bis 1986 Ambre Solaire World Team Cup. Danach folgten der Peugeot World Team Cup (1987–1999), der ARAG World Team Cup (2000–2010) und der POWER HORSE World Team Cup in den beiden letzten Jahren. Die wechselnden Titel markieren Sponsorenphasen innerhalb derselben Düsseldorfer Veranstaltung.

Auch deutsche Mannschaften prägten die Geschichte des Turniers. Deutschland gewann 1989, 1994, 1998, 2005 und 2011; 1989 führte Boris Becker das Team zum ersten Düsseldorfer Titel. Zu den internationalen Stars der frühen Jahre gehörten Björn Borg, der 1978 bis 1980 dreimal in Folge die French Open und Wimbledon gewann, sowie Ivan Lendl, der 1981 mit der Tschechoslowakei siegte. Später traten unter anderem John McEnroe, Jimmy Connors, Mats Wilander und Stefan Edberg auf den Rochusclub-Plätzen an.

Nach dem Ende des World Team Cup blieb der Standort zunächst Teil der ATP-Tour: 2013 und 2014 ersetzte der Power Horse Cup die Mannschafts-WM als Herreneinzelturnier. Nach zwei Ausgaben verschwand auch dieses Format; seit 2015 steht am Rochusclub wieder die Tennis-Bundesliga im Mittelpunkt. Der Wechsel zeigt, wie sich das internationale Turnierprogramm veränderte, während der Verein seine sportliche Nutzung fortsetzte.

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Ein Düsseldorfer Kapitel des Sandplatztennis

2022 gewann der Rochusclub die deutsche Tennis-Bundesliga. Am Jahresende zog er seine Mannschaft aus wirtschaftlichen und personellen Gründen zurück; später folgte ein sportlicher Neustart. Auch andere Sportarten nutzten die Anlage: Für die Beachvolleyball-Europameisterschaft 2025 wurde sie zum „Home of Sand“. Der traditionsreiche Center Court erhielt damit eine weitere Funktion als internationaler Wettkampfort.

Die Entwicklung des Clubs und seiner Anlage gehört zugleich zur jüngeren Stadtgeschichte Düsseldorfs. Zur Düsseldorfer Veranstaltungslandschaft gehören außerdem die MERKUR SPIEL-ARENA und die Messe Düsseldorf; Unterkünfte in Düsseldorf ergänzen die Planung eines Sportaufenthalts.