Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf: Preisträger und Geschichte
Der Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf würdigt international herausragende Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit die Gegenwartskunst prägt. Er wurde 2006 im Umfeld der ersten Quadriennale vergeben. Die Preisträgerliste führt fünf Auszeichnungen bis 2014 auf: Bruce Nauman, Marlene Dumas, Rosemarie Trockel, Thomas Schütte und Katharina Fritsch.
Preisträger und künstlerische Profile
Bruce Nauman erhielt 2006 als erster Künstler den Preis. Die Jury für Marlene Dumas hob 2007 hervor, wie sie medial verbreitete Bilder in eine eigenständige, kritische Malerei überführt; zu ihren Themen zählten Frauenbilder, soziale Normen und der exponierte Körper. Bei Rosemarie Trockel würdigte das Preisgericht 2008 ihre Vielseitigkeit und Experimentierfreude. Es bezog sich auf das freie Spiel zwischen Zeichnung, Skulptur und Video sowie auf die Bedeutungen, die sich zwischen diesen Medien verschieben.
Thomas Schütte wurde 2010 geehrt. Sein Werk umfasst unter anderem Skulptur, Zeichnung, Aquarell, Druckgrafik, Fotografie, Keramik, Installation und Architekturmodelle. Bei der Preisverleihung im Robert-Schumann-Saal spendete er das Preisgeld von 55.000 Euro dem Kinderhospiz Regenbogenland. Die Jury begründete die Auszeichnung mit Schüttes Umgang mit Skulptur und Bild: In verschiedenen Medien entwickelte er neue Modelle zwischen Figuration und Abstraktion. Katharina Fritsch, Bildhauerin und damalige Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf, erhielt den Kunstpreis 2014. Die Ehrung fiel in das Jahr der dritten Quadriennale; eine Retrospektive ihrer Arbeiten hatte das K21 bereits 2002 gezeigt.
Verfahren und Quadriennale
Der Preis knüpft an ein Gesamtwerk an, das für die Entwicklung der Gegenwartskunst richtungsweisend ist. Damit ist er als Ehrung einer bereits profilierten künstlerischen Position angelegt. Die Zusammensetzung des Preisgerichts verbindet kommunale Kulturverantwortung mit Fachkenntnis aus Kunsthochschule, Museen und unabhängiger künstlerischer Praxis. Die Verleihung im Umfeld der Quadriennale verankerte den Preis zugleich in einem größeren Ausstellungsprogramm. Die Kunst- und Kulturlandschaft Düsseldorfs umfasst weitere Museen, Ausstellungshäuser und Bühnen.
Die städtischen Bestimmungen sehen keine öffentliche Ausschreibung und keine Bewerbungen vor. Ein vom Rat eingesetztes Preisgericht entscheidet unabhängig über die ausgezeichnete Persönlichkeit. Es umfasst elf Mitglieder: drei Vertreter der Stadt sowie acht institutionelle Mitglieder und Fachjurorinnen und -juroren. Dazu gehören unter anderem die Leitung der Kunstakademie, des Kunstpalasts und der Kunstsammlung NRW; vier Fachjuroren werden vom Rat gewählt, darunter mindestens eine Künstlerpersönlichkeit. Die Auszeichnung ist mit 55.000 Euro verbunden. Die Regeln sehen vor, dass das Werk der ausgezeichneten Person an einem geeigneten Ort präsentiert wird. Ab 2014 sollte die Verleihung im Rahmen der Quadriennale stattfinden. Das Preisgericht tagt nichtöffentlich und entscheidet mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder; jedes Mitglied hat eine Stimme.
Im Umfeld der Preisverleihung 2010 eröffnete die Quadriennale Ausstellungen in zehn Museen und 30 Galerien. Die städtische Chronik datiert Schüttes Ehrung auf den 10. September. Das Ausstellungsprogramm verknüpfte die Preisverleihung mit einem stadtweiten Kunstereignis. Die Düsseldorfer Museen bieten den thematischen Rahmen für weitere Stationen der Kunststadt.
Preisjahr und Verleihung bei Trockel
Bei Rosemarie Trockel sind Preisjahr und Übergabe zu unterscheiden: Sie erhielt den Kunstpreis 2008; am 23. Januar 2009 wurde er feierlich überreicht. Die städtische Chronik nennt sie als an der Kunstakademie Düsseldorf lehrende Künstlerin.
Der Düsseldorfer Kunstpreis ist von den jährlich vergebenen Förderpreisen der Stadt zu unterscheiden. Diese unterstützen sieben Nachwuchskünstlerinnen und -künstler in verschiedenen Sparten. Der Kunstpreis zeichnet dagegen eine einzelne, international herausragende Persönlichkeit für ein richtungsweisendes Werk aus. In Düsseldorf verbinden sich diese Ehrungen mit der Geschichte der Kunstakademie und den Ausstellungen der Museen.