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St. Suitbertus in Kaiserswerth

St. Suitbertus ist die ehemalige Stiftskirche im historischen Zentrum von Kaiserswerth und heute eine päpstliche Basilica minor. Der Bau der heutigen Kirche begann um 1200; 1237 wurde der Chor fertiggestellt. Der Suitbertschrein gehört als qualitätvolle Goldschmiedearbeit der rheinischen Tradition zur Ausstattung. Architektur und Schrein stammen aus unterschiedlichen Entstehungsphasen und machen sichtbar, wie sich der kirchliche Ort über Jahrhunderte entwickelte.

Romanischer Bau und spätromanischer Chor

Die Pfarrgemeinde beschreibt eine Baugeschichte, die weit vor dem Baubeginn um 1200 einsetzt. Im 10. Jahrhundert entstand vermutlich eine dreischiffige Kirche. Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster in ein Kanonikerstift umgewandelt; um 1050 kam ein Westbau hinzu. Vor 1150 wurde das Langhaus verbreitert und ein Querhaus mit seitlichen Ostapsiden errichtet. Nach der Belagerung von 1215 folgten Erneuerungsarbeiten, der Westturm und die spätromanische Choranlage, die 1237 geweiht wurde. Die Bauphasen verbinden den älteren Kirchenbau mit der spätromanischen Choranlage.

Das Bauwerk steht im engen räumlichen Zusammenhang mit dem Stiftsviertel; der Suitbertus-Stiftsplatz und die benachbarten historischen Gassen erschließen den Übergang zwischen kirchlichem Zentrum und dem übrigen Kaiserswerth.

Veränderungen von der Belagerung bis zum Wiederaufbau

Auch nach dem Mittelalter veränderte sich die Gestalt mehrfach. Bei der Belagerung Kaiserswerths 1702 wurde der Westturm zerstört. Bis 1717 folgten Wiederaufbau und eine barocke Innenausstattung. Nach der Aufhebung des Stifts im Jahr 1803 übernahm die Pfarrgemeinde die Kirche. Eine umfassende Restaurierung von 1870 bis 1877 brachte vier neuromanische Türme und eine neuromanische Innenausstattung. Diese Phase fügte dem mittelalterlichen Kern eine deutlich jüngere Gestaltungsstufe hinzu.

Die Kriegszerstörungen von 1945 trafen besonders die Westfassade. Beim Wiederaufbau wurde auf die vier Türme verzichtet; über der Vierung entstand stattdessen ein schlichter Dachreiter. Das heutige äußere Bild ist daher Ergebnis von Zerstörung, Wiederherstellung und späterer Pflege. Restaurierungen 1961 bis 1966 sowie eine Grundinstandsetzung von 1989 bis 1994 gehören ebenfalls zu dieser Baugeschichte. Bei der jüngeren Instandsetzung wurde die spätromanische Innenraumfarbfassung rekonstruiert.

Der Suitbertschrein als eigenes Kunstwerk

Zur Ausstattung zählt der Suitbertschrein aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Das Stadtarchiv ordnet ihn als qualitätvolle Goldschmiedearbeit der rheinischen Tradition von Heiligenschreinen ein. Er setzt einen eigenen kunsthistorischen Akzent im Kirchenraum. Seine Verbindung zu Suitbertus erinnert zugleich an die religiöse Geschichte Kaiserswerths, die bereits mit der Klostergründung und der Verehrung des Heiligen verbunden ist.

Bei einem Besuch lassen sich die verschiedenen Zeitschichten gedanklich voneinander unterscheiden: romanische Bauteile und Chor, spätere Ergänzungen, die Folgen der Zerstörung von 1945 sowie die farbige Raumfassung.

St. Suitbertus im Rundgang durch Kaiserswerth

Die Kirche und die Kaiserpfalz stehen für unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte: Hier das Stift und der sakrale Raum, dort die weltliche Reichsgeschichte am Rhein. Als eines der historischen Stadtziele Düsseldorfs lässt sich die Kirche mit der Pfalz verbinden. Der Rundgang Kaiserswerth entdecken führt die Sehenswürdigkeiten des historischen Viertels zusammen. Am Stiftsplatz wird die Lage der Kirche innerhalb des gewachsenen Stadtgefüges greifbar; von dort lässt sich die Verbindung zu den Gassen, dem Markt und der Pfalz räumlich nachvollziehen.