Fortuna Düsseldorf: Verein, Erfolge und Geschichte
Fortuna Düsseldorf gehört seit mehr als einem Jahrhundert zum sportlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. Der Verein ging aus dem am 5. Mai 1895 gegründeten Turnverein Flingern hervor; Fußball gehörte zunächst noch nicht zu dessen Programm. Heute verbindet Fortuna den Namen Flingern mit einer großen Fangemeinschaft und mit Heimspielen in der MERKUR SPIEL-ARENA in Stockum. Die Vereinsgeschichte führt von der Stadtteilgründung über nationale Titel bis zu wechselnden Spielklassen und wiederholten Rückkehrphasen.
Logo von Fortuna Düsseldorf.
Foto: Logo Fortuna Düsseldorf
Vom Turnverein zum Fußballverein
Der Turnverein Flingern 1895 setzte sich anfangs die körperliche Ertüchtigung und Bewegung zum Ziel. Später kam das Fußballspiel hinzu, und aus dem Verein entwickelte sich Fortuna Düsseldorf. Diese Herkunft erklärt, warum Flingern im Vereinsnamen und in der lokalen Erinnerung eng mit den frühen Jahren verbunden bleibt. Der Stadtteil hat sich seither stark verändert: Gründerzeitliche Wohnhäuser, Höfe und frühere Gewerbeflächen prägen Teile von Flingern-Nord; Fortunas heutige Heimspiele finden dagegen weit entfernt im nördlichen Stadtgebiet statt.
Meisterschaft und Pokaljahre
Den größten nationalen Titel gewann Fortuna 1933. Im Endspiel am 11. Juni besiegte die Mannschaft Schalke 04 mit 3:0 und wurde Deutscher Meister. Zwischen 1933 und 1962 erreichte der Verein außerdem viermal ein Pokalendspiel. Der Titel von 1933 steht in einer Zeit, in der der deutsche Fußball noch ohne die heutige Bundesliga organisiert war; die spätere nationale Liga wurde erst 1963 eingeführt. Diese zeitliche Einordnung macht den Meisterschaftserfolg als eigenständigen Höhepunkt verständlich.
In den späten 1970er-Jahren folgte eine zweite außergewöhnliche Erfolgsphase. 1979 und 1980 gewann Fortuna zweimal in Folge den DFB-Pokal. 1979 erreichte die Mannschaft zudem das Finale des Europapokals der Pokalsieger und verlor nach Verlängerung gegen den FC Barcelona. In der Bundesliga-Spielzeit 1973/74 belegte sie Rang drei, bis heute ihre höchste Saisonplatzierung in dieser Liga. Die Pokalsiege, das europäische Endspiel und der dritte Tabellenplatz markieren unterschiedliche Arten von Erfolg: einen K.-o.-Titel, internationale Sichtbarkeit und eine starke lange Ligaspielzeit.
Auf- und Abstiege im Profifußball
Fortunas Weg blieb nicht geradlinig. Nach Jahren in der Bundesliga folgten Abstiege und der Übergang in niedrigere Spielklassen. 2002 erreichte der sportliche Rückgang die Oberliga Nordrhein. Die Rückkehr führte über mehrere Stufen: 2004 stieg der Verein in die Regionalliga auf, 2008 qualifizierte er sich für die neu geschaffene 3. Liga, und 2009 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. 2012 kehrte Fortuna nach einer Relegation gegen Hertha BSC in die Bundesliga zurück. Ein weiterer Aufstieg folgte 2018. Die wechselnden Ligajahre erklären die besondere Bedeutung von Aufstiegsspielen und Klassenerhalt für die Fangemeinschaft.
Heimspiele und Düsseldorfer Stadtbezug
Die MERKUR SPIEL-ARENA liegt im Stadtteil Stockum und ist Fortunas heutige Heimspielstätte. Die U78 verbindet die Arena mit dem Stadtbahnnetz; bei Großveranstaltungen ist die Haltestelle MERKUR SPIEL-ARENA/Messe Nord der zentrale Orientierungspunkt. Der Veranstaltungsort gehört zugleich zum Umfeld der Messe und des Nordparks. Eine eigene Orientierung zu Lage und Charakter des Viertels bietet Stockum; die Geschichte des Vereins ergänzt die sportlichen Perspektiven auf Düsseldorfs Stadtgeschichte.
Ein Fortuna-Spiel lässt sich so in unterschiedliche Düsseldorf-Erlebnisse einordnen: Wer das Stadionprogramm in den Mittelpunkt stellt, plant den Weg nach Stockum; wer die frühen Vereinsjahre nachvollziehen möchte, verbindet den Namen Flingern mit der heutigen Stadtteilgeschichte. Die MERKUR SPIEL-ARENA ist das gemeinsame Gegenwartsbild dieser langen Vereinsentwicklung.