Gambrinus im Uehrige
Gambrinus im Uehrige

Gambrinus

Wer denn der Erfinder des Bieres sei und damit quasi sein Schutzpatron, das wollten die Biertrinker zu allen Zeiten gerne wissen. An den Stammtischen der unterschiedlichen Jahrtausende und der verschiedenen Regionen wurden dazu die abenteuerlichsten Geschichten verbreitet. Sumerer hatten eine Fruchtbarkeitsgöttin, die das Bier zu den Menschen gebracht hatte, die alten Ägypter verwiesen auf Isis und Osiris (lt. dem Schreiber Diodorus Siculus, geboren im sizilianischen Agyrion im 1sten Jahrhundert vor Christus, soll Osiris im Jahr 2017 v. Chr. in der Stadt Pelusium mit dem Bierbrauen begonnen haben (lt. Bier-Lexikon). Hier hält man das für Jägerlatein. Natürlich trinkt man im Rheinland im Namen von Gambrinus. Für den Rheinländer gilt Gambrinus als der Vater des Bieres – auch wenn es zu einem Zusammenhang zwischen Biererfindung und einem Gambrinus wohl gar keine historischen Quellen gibt. Aber auch aus der Zeit der sumerischen Fruchtbarkeitsgöttin gibt’s da nichts Konkretes.

Wie es überhaupt dazu kam, das man im Abendland einen Gambrinus mit dem Gerstensaft in Verbindung bringt, dazu gibt es verschiedene Geschichten. Die Herkunft des Düsseldorfer Gambrinus allerdings scheint einigermaßen gesichert: Es handelt sich um den Herzog Johann I. von Brabant, Ian Primus (Primus für der Erste). Jener flandrische Herzog war es, der gemeinsam mit Kölner Bürgern und Düsseldorfs wehrfähige Männer (als „bergische Bauern“ unter ihrem damaligen Landesherrn Graf Adolf von Berg), die Schlacht bei Worringen gegen die Truppen des Kölner Erzbischofs, Siegfried von Westerburg, im Jahr1288 gewann. Die Düsseldorfer bekamen im Zuge dieses Sieges endlich die Stadtrechte zugesprochen (14. August 1288). Und was hat das mit Gambrinus zu tun? Im Brauereimuseum im fernen München gibt es ein Bild des Grafen Johann I. Als Bildunterschrift steht dort:

„Im Leben ward ich Gambrinus genannt, König zu Flandern und Brabant. Ich hab aus Gersten Malz gemacht und Bierbrauen zuerst erdacht. Drum können die Brauer sagen, dass sie einen König zum Meister haben.“
(Gambrinus, König zu Flandern und Brabant).

Da haben wir ihn, den Gambrinus, der sich das Brauen ausgedacht hat. Das man schon hunderte von Jahren vor Johann Primus, Herzog von Brabant, im Rheinland Bier braute lassen wir einfach mal beiseite. So eng sieht man das in Düsseldorf nicht. Und das das Bild mit Bildunterschrift erst im 16. Jahrhundert gemalt wurde, soll ein Detail der Geschichte bleiben. Auch die Berichte, das nicht Johann I, sondern erst sein Nachfolger, Johann der Zweite, der Ehrenvorsitzender der Brüsseler Brauerzunft und Schutzpatron der Brauergilde von Löwen war, kehren wir geflissentlich unter den Teppich des Vergessens. Es bleibt Gambrinus und damit ein stetiger Grund, in seinem Namen ein Alt zu trinken.

Gambrinus ist in den Düsseldorfer Hausbrauereien präsent und man trinkt wohl in seinem Namen. Hier wird der Schutzpatron des Bieres immer in königlichen Gewändern dargestellt, ganz dem Bild des ritterlichen, prächtigen Johann Primus von Brabant. Eine sehr schöne Büste des Gambrinus steht in der Hausbrauerei "Uerige". Es soll Glück bringen, wenn man sie anfasst. Und so soll es uns denn auch recht sein: Trinken wir im Namen von Gambrinus das leckere Düsseldorfer Altbier.


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