Hellerhof: Düsseldorfs südlichster Stadtteil
Hellerhof liegt am südlichen Rand Düsseldorfs und ist der südlichste Stadtteil der Stadt. Er gehört zum Stadtbezirk 10 und grenzt an Garath. Sein heutiges Wohngebiet entstand auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen. Der Name erinnert an den älteren Hof zu Hellendail, während Straßen, Grünzüge und die getrennten Bereiche Hellerhof-West und Hellerhof-Ost von einer über Jahrzehnte umgesetzten Stadtplanung erzählen.
Vom Hellendail zum geplanten Wohnstadtteil
Der Hof zu Hellendail ist um 1440 urkundlich erwähnt. Der ältere Gutshof Alt-Hellerhof bildet eine frühere Schicht der Ortsgeschichte. Die Düsseldorfer Stadtplanung setzte wesentlich später ein: 1968 kaufte die Stadt rund 82 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Hellerhof-West. 1969/70 beauftragte die Stadt vier Planungsbüros mit einem Gutachterwettbewerb für den neuen Wohnstadtteil. Zunächst war eine deutlich größere Einwohnerzahl vorgesehen; die Konzepte wurden im Zuge veränderter wirtschaftlicher und demografischer Bedingungen angepasst.
Das Plangebiet trug zunächst den Namen Garath-Süd. Der Ratsbeschluss vom 25. März 1971 gab ihm den Namen Hellerhof. Die ersten Hochbauten begannen 1976 im Westen. Damit liegt zwischen den frühen Planungsentscheidungen und dem Baubeginn eine Phase intensiver städtebaulicher und politischer Arbeit. Die Wohnquartiere entstanden anschließend in mehreren aufeinanderfolgenden Bauphasen.
West und Ost entstanden in mehreren Etappen
Die städtische Dokumentation zur Planung unterscheidet sechs Realisierungsstufen in Hellerhof-West und vier in Hellerhof-Ost. Im Westen begann die erste Bauphase 1976; die sechste Stufe folgte von 1999 bis 2004. Im Osten erstreckten sich die dokumentierten Bauabschnitte von 1985 bis 1996. Die 1991 fertiggestellte Fußgängerbrücke über den Langforter Bach und die Frankfurter Straße verbindet Hellerhof-Ost mit der S-Bahn und dem Einkaufszentrum im Westen. Ihre beiden Pylone formen am Knickpunkt ein großes H und setzen ein markantes Zeichen zwischen den beiden Wohngebieten. Östlich der Frankfurter Straße kamen neben Wohnbauten auch Gewerbeflächen hinzu.
Die Planung bezog gemeinschaftliche Einrichtungen und Freiflächen ein. 1991 eröffnete das evangelische Gemeindezentrum an der Dresdener Straße, 1996 das katholische an der Carlo-Schmid-Straße. Beide wurden mit Kindergärten verbunden. Ein Grün- und Wegesystem sowie der Langforter Bach gehören ebenfalls zum städtebaulichen Konzept. Am Langforter Bach sah die Planung Rad- und Wanderwege zwischen den Wohngebieten und den südlich anschließenden Gewerbeflächen vor.
Gutshof und heutige Wohnquartiere
Der ältere Gutshof bleibt ein sichtbarer Bezugspunkt neben der jüngeren Bebauung. Das städtebauliche Konzept wurde bildhaft als „rosa Schmetterling“ beschrieben: Die Flügel stehen für einzelne Realisierungsstufen des Wohngebiets. Luftbilder und Planungsunterlagen machen diese Form leichter verständlich als ein Blick auf eine einzelne Straße. Für die Orientierung vor Ort helfen die Bezeichnungen Hellerhof-West und Hellerhof-Ost, weil sie die Entwicklung beiderseits der Frankfurter Straße gliedern.
Wer die unterschiedlichen Planungsansätze im Süden vergleichen möchte, kann den benachbarten Stadtteil Garath ergänzen. Dort entstand ein groß geplantes Wohngebiet mit vier Bauabschnitten und gemeinsamem Zentrum. Weiter nördlich liegt der historische Ortskern von Benrath. Zusammen ordnen diese Orte Hellerhof in die Siedlungs- und Stadtentwicklung am Düsseldorfer Stadtrand ein.