Stadtbezirk 10: Garath und Hellerhof im grünen Süden
Garath und Hellerhof bilden den südlichsten Düsseldorfer Stadtbezirk. Garath entstand als groß angelegte Nachkriegsplanung mit einem gemeinsamen Zentrum und vier Bauabschnitten. Hellerhof wurde später in mehreren Phasen als Wohngebiet entwickelt; der Namensbeschluss datiert vom 25. März 1971. Wer die beiden Stadtteile besucht, begegnet unterschiedlichen Antworten auf die Frage, wie neue Wohnquartiere mit Zentren, Folgeeinrichtungen und Grünräumen geplant werden.
Ein Wegweiser nennt Düsseldorf-Garath und weitere Ziele an einem von Bäumen umgebenen Weg.
Foto: Markus Lenk
Garath: vier Bauabschnitte und ein Zentrum
Garath war zunächst ein Dorf im Umfeld von Schloss Garath. In den 1950er-Jahren plante die Stadt einen neuen, großen Wohnstadtteil am südlichen Stadtrand. Der Entwurf des Architekten Max Guther gliederte die Bebauung in vier Abschnitte, zwei auf jeder Seite der Bahn. Ein gemeinsames Zentrum sollte die Teile verbinden. 1962 zogen die ersten Bewohner ein. Diese Grundstruktur ist der Schlüssel, um Garath als zusammenhängende Stadtplanung zu lesen: Die Wohnbereiche bilden einzelne Teile, während das Zentrum als gemeinsamer Bezugspunkt angelegt wurde.
St. Matthäus, entworfen von Gottfried Böhm, gehört zu den markanten Bauten des Stadtteils. Das Kulturhaus Süd vereint eine Bühne mit der Stadtteilbücherei und ergänzt die Kirche um einen öffentlichen Kulturort. Kirche und Kulturhaus erfüllen unterschiedliche religiöse und kulturelle Funktionen im Stadtteil. Schloss Garath und sein Umfeld verweisen auf die ältere Ortsgeschichte, die der modernen Wohnstadt vorausging.
Hellerhof: Planung über mehrere Jahrzehnte
Die Planung für Hellerhof begann 1969. Am 25. März 1971 erhielt der zunächst „Garath-Süd“ genannte Bereich seinen heutigen Namen. Das städtebauliche Konzept wurde als „Dynamisches Konzept“ an veränderte wirtschaftliche Bedingungen angepasst. Der erste Hochbauabschnitt begann 1976 in Hellerhof-West. Östlich der Frankfurter Straße kamen auch Gewerbeflächen hinzu. Die Entwicklung verlief danach in mehreren Etappen: Für den Westen sind sechs Realisierungsstufen von 1976 bis 2004 dokumentiert, für den Osten vier von 1985 bis 1996. Diese Zeiträume zeigen, wie lange sich die Fertigstellung des neuen Wohngebiets erstreckte und dass West und Ost verschiedene Bauphasen durchliefen.
Zur Planung gehörten auch gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen. Das evangelische Gemeindezentrum an der Dresdener Straße entstand 1991, das katholische an der Carlo-Schmid-Straße 1996; beide umfassen auch Kindergärten. Das Grün- und Wegesystem sowie der Langforter Bach bildeten einen Puffer zwischen Gewerbeflächen und Wohnen. An diesen Einrichtungen lässt sich die planerische Verbindung von Wohnraum, alltäglicher Versorgung und Freiraum ablesen. Hellerhof erscheint so als Quartier, dessen bauliche Entwicklung schrittweise um gemeinschaftlich genutzte Orte ergänzt wurde.
Gutshof und jüngere Wohngebiete
Der Name Hellerhof geht auf den Hof zu Hellendail zurück, der um 1440 erwähnt wurde. Der Gutshof Alt-Hellerhof bildet einen älteren Bezugspunkt innerhalb der späteren Wohnlandschaft. Seine Geschichte reicht damit deutlich weiter zurück als die Planung des heutigen Stadtteils.
Grünräume im Düsseldorfer Süden
Die Urdenbacher Kämpe im Westen und die Wälder im Osten bilden den landschaftlichen Rahmen Garaths. In Hellerhof reichen die Grünräume in Richtung Garather Forst und Rhein. Als weiteres historisches Zentrum im Süden Düsseldorfs bietet Benrath eine Ergänzung.