Kom(m)ödchen Düsseldorf: politisch-literarisches Kabarett
Das Kom(m)ödchen ist ein Düsseldorfer Kabaretttheater, dessen politisch-literarisches Profil aus einer langen Verbindung von Ensemblearbeit, Satire und Gegenwartsbeobachtung hervorgegangen ist. Ein Kabarettabend verbindet pointierte Texte mit Figuren, Parodien und Musik; das Publikum erlebt politische und gesellschaftliche Themen in einer Bühnensituation, die Humor und Diskussion zusammenführt. Das heutige Haus am Grabbeplatz zeigt Produktionen des eigenen Ensembles und Gastspiele.
Von der Altstadtkneipe in die Kunsthalle
Kay und Lore Lorentz gründeten das Kom(m)ödchen 1947. Die Premiere des ersten Programms „positiv dagegen …“ fand am 29. März desselben Jahres statt. Der Start in einem Hinterzimmer prägte die Nähe zwischen Bühne und Publikum, während die Programme von Beginn an eine politische und literarische Perspektive einnahmen. Aus der kleinen Spielstätte entwickelte sich ein bekanntes Ensemble-Kabarett, dessen Arbeit die Nachkriegskultur in Düsseldorf und weit darüber hinaus mitprägte.
1967 zog das Theater in Räume der neu errichteten Kunsthalle am Grabbeplatz. Am 27. April begann die Vorstellung des Programms „20 Jahre Kassandra“ noch im alten Haus an der Hunsrückenstraße 20. Vor der Pause brachten die Gäste Requisiten und Teile des Bühnenbilds in die neuen Räume. Die Geschichte dieses Ortswechsels zeigt, wie das Theater aus einer engen Altstadtkneipe in einen dauerhaft angelegten Kulturstandort wechselte. Spätere Generationen hielten die Ensembletradition lebendig und entwickelten wechselnde Programme für neue politische und gesellschaftliche Situationen.
Besetzungen, Themen und Formen passen sich an ihre Zeit an; das Ensemble kann mit mehreren Rollen, Parodien und Songs einen Abend als zusammenhängendes Theatererlebnis gestalten. Gastspiele bringen weitere Stimmen aus dem deutschsprachigen Kabarett ein. Der Spielplan zeigt, ob an einem Datum eine eigene Produktion oder ein Gastauftritt zu sehen ist.
Ein Theaterabend am Grabbeplatz
Der heutige Spielort befindet sich im Gebäude der Kunsthalle und liegt am Rand der Altstadt. Der Saal hat 200 Plätze. Die überschaubare Größe unterstützt die direkte Wirkung von Sprache, Gestik und Reaktion im Raum: Satirische Pointen funktionieren hier über Timing und die gemeinsame Aufmerksamkeit des Publikums. Das Theater liegt zugleich in einem Kulturquartier, in dem die Kunsthalle und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen benachbart sind.
Die Theaterkasse befindet sich am Kay-und-Lore-Lorentz-Platz. Das Haus informiert über den barrierefreien Zugang; Rollstuhlplätze werden nach Voranmeldung organisiert. Für die Planung eines Abends sind Aufführungsbeginn, Besetzung und Ticketverfügbarkeit jeweils dem aktuellen Programm zu entnehmen, da sie von Vorstellung zu Vorstellung wechseln.
Kabarett im Düsseldorfer Bühnenangebot
Das Kom(m)ödchen ergänzt die Bühnen und Tanzorte Düsseldorfs um ein Theater, bei dem Satire und politische Beobachtung im Mittelpunkt stehen. Andere Bühnen setzen andere Akzente, etwa Schauspiel, Tanz oder Varieté. Die Lage in der Altstadt macht einen Besuch vor oder nach einer Vorstellung mit einem Weg durch das Zentrum und einem Aufenthalt am Grabbeplatz kombinierbar. Wer einen konkreten Termin auswählt, findet im Spielplan die Angaben zur Produktion und den Mitwirkenden sowie die dazugehörigen Ticketinformationen.