Kulturbahnhof Eller: Ein Bahnhof wird Kulturort
Ein Bahnhof zwischen Eller und Vennhausen
Der Bahnhof Eller entstand 1872 auf freiem Feld zwischen den damaligen Dörfern Eller und Vennhausen. Die Station erleichterte Arbeitern aus der Stadt den Weg zu den nahegelegenen Fabriken. Eller wurde erst 1909 nach Düsseldorf eingemeindet; das Bahnhofsgebäude erzählt deshalb zugleich von der Zeit, als die Vororte noch eigenständige Gemeinden waren und die Eisenbahn ihre Verbindung zur Stadt prägte.
Der Bahnhof blieb bis zum Ende der 1970er-Jahre in Betrieb. Künstler nutzten bereits seit Mitte der 1970er-Jahre Ateliers in den Räumen. Als die S-Bahn-Planung den alten Bau gefährdete, setzten sich die Künstler für seinen Erhalt ein und erreichten eine denkmalfachliche Begutachtung. Diese Initiative bewahrte den Bahnhof vor dem Abriss. Der Gebäudeschutz wurde so mit einer neuen Nutzung verbunden, die aus dem früheren Verkehrsort einen öffentlich zugänglichen Kulturraum machte.
Aus Ateliers wird ein Kulturort
1982 fand die erste Ausstellung statt. Zwei Jahre später erwarb die Stadt Düsseldorf das Gebäude; 1986 gründete sich der Freundeskreis Kulturbahnhof Eller. Damit folgten auf die künstlerischen Ateliers öffentliche Präsentationen, kommunale Sicherung und eine dauerhafte bürgerschaftliche Trägerschaft. Die Ausstellung markierte eine wichtige Etappe: Der frühere Bahnhof wurde nun als Ort für Kunst und Begegnung genutzt.
Die heutige Einrichtung zeigt Ausstellungen und organisiert kulturelle Veranstaltungen im historischen Bahnhofsgebäude. Die Räume verbinden die Maßstäblichkeit eines kleinen Vorortbahnhofs mit der Nutzung als Galerie und Veranstaltungsort. Die Geschichte des Hauses wird dadurch vor Ort verständlich: Bahnsteig und Station gehörten einst zur Verbindung der Vororte mit Fabriken und Stadt; die spätere Atelier- und Ausstellungstätigkeit verlieh dem Gebäude eine neue öffentliche Aufgabe. Aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen veröffentlicht der Kulturbahnhof Eller.
Der Freundeskreis übernahm 2002 die Arbeit am Kulturbahnhof und entwickelte die Ausstellungs- und Veranstaltungsarbeit weiter. Seit der ersten Ausstellung 1982 wurden hier über 200 Ausstellungen mit rund 800 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gezeigt. Die Reihe macht aus dem kleinen Bahnhofsgebäude eine kontinuierlich genutzte Galerie und hält die Verbindung zu den Ateliers der ersten Jahre sichtbar. Der Verein ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine und wird vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf gefördert.
Ein Wartesaal-Anbau von 1909 ergänzt den ursprünglichen Bahnhofsbau. Die bauliche Erweiterung fiel in die Zeit, als Eller bereits Teil Düsseldorfs war und die Station den wachsenden Verkehr der Vororte bediente. Das Ensemble verbindet damit die erste Bauphase der Eisenbahnstation mit einer späteren Anpassung an die Bedürfnisse der Reisenden. Im Kulturort sind diese unterschiedlichen Nutzungsphasen im erhaltenen Gebäude weiterhin ablesbar.
Besuch und kultureller Zusammenhang
Für einen Ausstellungsbesuch liegt die Adresse an der Vennhauser Allee 89 in Düsseldorf-Eller. Der Freundeskreis nennt als reguläre Ausstellungszeiten Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Sonderveranstaltungen haben eigene Termine. So lassen sich die historische Gebäudebesichtigung und die jeweilige Kunstpräsentation verbinden: Das erhaltene Bahnhofsgebäude ist zugleich Ausstellungsraum und Zeugnis der Verkehrsentwicklung im Düsseldorfer Osten.
Der Kulturbahnhof ist damit auch ein Beispiel lokaler Denkmalpflege. Künstler, Stadt und Freundeskreis wirkten in unterschiedlichen Phasen daran mit, das Haus zu erhalten und zu nutzen. Seine Geschichte gehört sowohl zur Stadtgeschichte Düsseldorfs als auch zur Kultur in Düsseldorf. Der Kulturbahnhof zählt zu den kleineren Ausstellungshäusern in Düsseldorf; die Kunsthalle Düsseldorf steht beispielhaft für ein weiteres Ausstellungshaus mit eigenem Profil.