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Urdenbacher Kämpe: Auenlandschaft und Streuobstwiesen

Die Urdenbacher Kämpe liegt im Düsseldorfer Süden am Urdenbacher Altrhein. Mit 316 Hektar ist sie das größte Naturschutzgebiet der Stadt und zugleich eine Auenlandschaft, deren Gestalt der Rhein bis heute mitprägt. Nicht eingedeichte Flächen werden regelmäßig überflutet; bei Hochwasser steigt zusätzlich Grundwasser auf und sammelt sich in den tiefer gelegenen Feuchtstellen. Wer hier spazieren geht, erlebt daher eine Landschaft, die sich je nach Wasserstand und Jahreszeit sichtbar verändert.

Altrhein, Terrassenkante und Haus Bürgel

Der Altrheinbogen zeichnet ungefähr den Lauf nach, den der Strom bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts nahm. Haus Bürgel stand damals auf der linken Rheinseite. Bei einem Hochwasser, vermutlich 1374, durchbrach der Rhein den Bogen und schuf sein heutiges Bett. Das Haus wurde auf den Resten eines römischen Kastells errichtet und liegt heute mitten in der Kämpe. Der Wanderweg nördlich des Altrheins führt um den Bogen und entlang der gut erkennbaren Niederterrassenkante. Auf der trockeneren Höhe reicht Garath bis an diese Kante; darunter liegen Feuchtgebiete und Niedermoore. So lassen sich auf einer Tour Flussgeschichte und unterschiedliche Höhenlagen unmittelbar miteinander verbinden.

Streuobstwiesen und Auenwald

Kopfweiden, Obstbäume, Hecken, Feuchtwiesen und Auwälder strukturieren die Kulturlandschaft. Im Frühjahr setzen blühende Obstbäume helle Akzente zwischen Wiesen und Weiden. Alte Obstsorten gehören ebenso zum Gebiet wie die Kopfbäume, deren Höhlen und Äste Insekten und Vögeln Lebensraum bieten. Die Pflege der Bäume erhält zugleich ein historisch gewachsenes Landschaftsbild. In den Wiesen kommen seltene Pflanzen wie Wiesensilge, Sumpf-Greiskraut und Großer Wiesenknopf vor. Pirol, Steinkauz, Grünspecht, Gartenrotschwanz und Hohltaube zählen zu den bemerkenswerten Vogelarten, die in den unterschiedlichen Gehölz- und Feuchtlebensräumen beobachtet werden können. Auch Amphibien und Fische sind Teil dieses Mosaiks aus Wasser, Wiese und Wald.

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Ein geschütztes Gebiet mit europäischer Bedeutung

Die Kämpe gehört zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000 und ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt. Zu den ausgewiesenen Lebensräumen zählen Weich- und Hartholzauenwälder sowie feuchte Hochstaudenfluren und Wiesenknopf-Silgenwiesen. Die Biologische Station Haus Bürgel erfasst seltene Pflanzen- und Tierarten und arbeitet mit örtlichen Landwirten an einer naturschutzgerechten Bewirtschaftung. Landwirtschaft, Landschaftspflege und der Schutz sensibler Arten gehören hier zusammen: Offene Wiesen bleiben als Lebensraum erhalten, während Gehölze und Auwald ihre eigenen Strukturen bewahren.

Besuch und Orientierung

Der Bus 788 hält am Mühlenplatz und bei Haus Bürgel. Ein Parkplatz befindet sich an der Urdenbacher Dorfstraße gegenüber dem Ortweg. Der nördlich des Altrheins verlaufende Wanderweg erschließt den Bogen und bietet Orientierung an der Geländekante; auf den markierten Wegen bleiben Feuchtstellen und Rückzugsräume ungestört. Eine Rundtour lässt sich je nach Zeit auf die Kämpe konzentrieren oder mit einem Besuch bei Haus Bürgel verbinden. Zur Natur und Erholung in Düsseldorf gehören neben der Rheinauenlandschaft auch Seen und Waldgebiete. Das Rotthäuser Bachtal zeigt ein von Bach, Feuchtbiotopen und Wald bestimmtes Schutzgebiet im Osten. Hügelige Waldgebiete und Spazierwege prägen den Düsseldorfer Stadtwald.