Rotthäuser Bachtal: Feuchtbiotope und Wald im Osten
Das Rotthäuser Bachtal liegt im Osten Düsseldorfs und bildet einen abwechslungsreichen Naturraum aus Bachlauf, Quellen, Teichen, Schilf und Wäldern. Auf kurzer räumlicher Distanz wechseln feuchte Senken und bewaldete Hänge. Die Landschaft setzt sich über die Stadtgrenze in den Kreis Mettmann fort und steht unter Naturschutz. Sie ist zugleich als FFH-Gebiet Teil des europäischen Schutzsystems.
Feuchtbiotope und Waldtypen
Das Gebiet umfasst rund 108 Hektar. Zu seinen besonderen Lebensräumen zählen Feuchtbiotope, ausgedehnte Schilfflächen, Fischteiche sowie Erlen-, Eschen- und Weichholzauenwälder. An höher gelegenen Stellen kommen Hainsimsen-Buchenwälder hinzu. Diese Vielfalt hängt eng mit Wasser und Relief zusammen: Quellen speisen den Bach, während Teiche und feuchte Uferzonen andere Bedingungen schaffen als die Waldflächen an den Hängen. Das Tal ist deshalb sowohl als Landschaftsbild als auch wegen seiner ökologischen Funktionen bemerkenswert.
Die westliche Talseite ist flacher und wird auf fruchtbaren Lössböden vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Der steilere Osthang besteht aus gelben Meeressanden und wird von tiefen Erosionsrinnen durchzogen. Vom Landgasthof Kaiserhaus aus lässt sich diese Talseite durchwandern. Helle Kieselsteine im Tal erinnern an alte Rheinablagerungen im Düsseldorfer Osten.
Tiere und Pflanzen am Bach
In den Schilfbereichen leben unter anderem Teichrohrsänger und Rohrammer. An steileren Bachufern brütet der Eisvogel; an Teichen lassen sich Libellen wie die Blaugrüne Mosaikjungfer beobachten. Auch die Pflanzenwelt umfasst seltene und gefährdete Arten. Der Schutz erhält zusammenhängende Lebensräume und ihre Wechselwirkungen. Ruhige Beobachtung vom Weg aus passt besonders gut zu einem Gebiet, dessen Wert sich in kleinen Details erschließt: im Röhricht, an einer Wasserfläche oder entlang eines Bachabschnitts.
Teiche und Landschaftspflege
Die Fischteiche gehörten ursprünglich zur Karpfenzucht und sind heute zugleich Lebensräume. Flachwasserzonen bieten Tieren und Pflanzen geeignete Bereiche. Intensive Fischzucht hatte früher Nährstoffe in den Bach eingetragen; zugleich unterbrechen Teiche den durchgehenden Flusslauf. Maßnahmen zur Landschaftsentwicklung verbessern einzelne Gewässer und ihre Ufer. Dazu gehört die naturnahe Umgestaltung von Teichen. Der Erhalt der Kulturlandschaft verbindet so den Umgang mit historischen Nutzungen mit dem Schutz der biologischen Vielfalt.
Zugang und Verhalten im Schutzgebiet
Für den Besuch eignen sich die ausgewiesenen Wege, von denen aus sich die verschiedenen Landschaftselemente erleben lassen. Die Buslinien 733 und 738 halten am Rotthäuser Weg. Ein Wanderparkplatz liegt an der Erkrather Landstraße neben der Gaststätte Kaisershaus. Im Naturschutz- und FFH-Gebiet geben die örtlichen Regeln den Rahmen vor. Auf den Wegen zu bleiben und Tiere nicht zu stören schützt die empfindlichen Feuchtbereiche. So verbindet sich der Spaziergang mit rücksichtsvoller Naturbeobachtung.
Einordnung in Düsseldorfs Naturraum
Das Bachtal ergänzt die größeren Waldgebiete und Rheinauen um eine Landschaft, in der Wasserläufe und Feuchtbiotope besonders präsent sind. Im Süden bietet die Urdenbacher Kämpe eine weiträumige, vom Rhein geprägte Aue. Seen, Wald und Auen gehören zur Natur und Erholung in Düsseldorf; hügelige Waldwege erschließt der Düsseldorfer Stadtwald. Zusammen zeigen die Orte, wie stark sich die Naturräume innerhalb des Stadtgebiets unterscheiden.