Tagomago Sunset: Strandclub über dem Wehrhahn
Ein Beachclub auf dem Kaufhausdach
Im Frühjahr und Sommer 2011 nutzte der Tagomago Sunset die oberen Parkdecks des Kaufhofs am Wehrhahn als saisonalen Stadtstrand. Sand, Liegestühle und Gastronomie lagen dort rund 30 Meter über der Straße; der Blick reichte über die Düsseldorfer Innenstadt. Das Projekt brachte eine Strand- und Lounge-Nutzung auf eine vorhandene Parkfläche und ergänzte damit das Freizeitangebot der City um einen ungewöhnlichen Dachstandort.
Die Vorbereitung dauerte laut der Ankündigung vor dem Start rund neun Monate. Am Karsamstag, 23. April 2011, sollte zunächst ein wetterabhängiges Pre-Opening beginnen. Die offizielle Eröffnung wurde später für den 30. Mai gemeldet. Die beiden Daten beschreiben unterschiedliche Phasen: einen frühen Saisonstart und den nachfolgenden offiziellen Auftakt mit dem ausgebauten Angebot.
Sand, Gastronomie und Aussicht
Der Beachclub belegte die zwei oberen Parkdecks und verteilte sein Angebot auf mehrere Bereiche. Zeitgenössische Berichte nennen mehr als 120 Tonnen Kristallsand, Bars, Pool, Beachshop, Liegestühle, Daybeds, VIP-Pavillons und Lounges. Ein Restaurant bot spanisch-mediterrane Küche; angekündigt wurden Tapas, Salate und Paella. Die Aufzüge des Kaufhauses erschlossen das Dach, sodass eine übliche Parkhausfläche für die Saison zu einem zugänglichen Aufenthalts- und Gastronomieort wurde.
Die Aufteilung reichte vom offenen Strandbereich bis zu abtrennbaren Räumen für private Feiern und Firmenveranstaltungen. Restaurant, Bars und getrennte Veranstaltungsbereiche machten die Dachfläche zu einem Ort für Essen, Treffen und Abendprogramm. Nach Sonnenuntergang wechselte die Atmosphäre in den Lounge-Betrieb; eine Projektion des blauen Geckos griff das Markenzeichenmotiv der vor Ibiza gelegenen Insel Tagomago auf.
Ein saisonales Programm über der Innenstadt
Zum angekündigten Wochenprogramm gehörten Afterwork-Abende mit Flying Tapas, Salsa und ein Zumba-Termin; außerdem waren sonntägliche Beachclub-Veranstaltungen vorgesehen. Solche Formate verlängerten den Aufenthalt über das Tagesgeschäft hinaus und machten das Dach zu einer Veranstaltungsfläche. Die Dachlage gab den Treffen eine eigene Kulisse, während die Geschäfte und Straßen des Wehrhahns direkt darunter weiter ihrem üblichen städtischen Alltag dienten.
Die Berichte aus dem April und Mai dokumentieren zugleich, wie das Konzept in Etappen anlief. Im Pre-Opening standen Strand, Liegestühle, Pool und ein noch schrittweise ergänztes Gastronomieangebot im Vordergrund. Die spätere Eröffnungsmitteilung führte Restaurant und Veranstaltungsformate an. Für Besucher der Saison war damit das Dach sowohl tagsüber als Strandfläche als auch abends als Lounge und Ausgehort angelegt.
Parkdeck mit befristeter Zweitnutzung
Die Strandnutzung war von Anfang an zeitlich begrenzt. Für den Herbst war der Abbau des Sandes vorgesehen; die Parkflächen sollten vor dem Weihnachtsgeschäft wieder für Fahrzeuge bereitstehen. Der Wechsel zwischen Sommerbetrieb und Parken bestimmte das Projekt: Es nutzte die vorhandene Gebäudestruktur saisonal. Gerade dieser Wechsel machte den Tagomago Sunset zu einem Beispiel für die vorübergehende Umnutzung innerstädtischer Flächen.
Der Standort am Wehrhahn verknüpfte das Dachprojekt mit den Einkaufswegen der City. Die Einkaufsviertel abseits der Königsallee verbinden Innenstadtlagen mit den Einkaufsstraßen der Stadtteile; der Überblick zu Mode und Einkauf in Düsseldorf beschreibt den größeren Zusammenhang der Innenstadt und der Stadtteilangebote. Eine weitere zentrale Einkaufsachse ist die Schadowstraße mit den Schadow Arkaden, östlich der Königsallee. Zusammen zeigen diese Orte unterschiedliche Nutzungen des Zentrums: alltäglicher Einzelhandel auf Straßenebene und ein saisonaler Freizeitort auf dem Dach.