Düsseldorf Altstadt
Sie gilt als „die längste Theke der Welt“ – die Düsseldorfer Altstadt. Diese für Touristen manchmal missverständliche Bezeichnung bezieht sich auf die hunderte von Cafes, Kneipen, Bars, Bistros und Restaurants, die sich in den Gassen der Düsseldorfer Altstadt tummeln. Versuchen sie gar nicht erst, in jeder gastronomischen Einrichtung ein Bier zu trinken, das klappt nicht – oder mieten Sie sich für ein paar Monate in Düsseldorf ein und ordern sie gleich eine Entziehungskur. Und so ist die Längste Theke der Welt in Wirklichkeit ein riesiges Amüsierviertel, bunt, abwechslungsreich und ein wahrer Touristenmagnet. Der Düsseldorfer geht recht selten am Wochenende ins „Städtchen“ – dann überlässt er seine Altstadt gerne den Touristen. Aber "unter der Woche" zieht es auch den Düsseldorfer in sein eigentliches zu Hause.
Insgesamt ist die Altstadt aber nicht nur „Partyzone“. Der Trubel spiel sich im alten Herzen von Düsseldorf ab – und neben dem Altbier finden sich auf wenig Fläche verteilt viele der wichtigsten historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt Düsseldorf. Obwohl nur ein kleiner Stadtteil Düsseldorfs, zählt die Düsseldorfer Altstadt zu einem beliebten Treffpunkt der Stadt. Hier treffen wichtige Institutionen der Stadtverwaltung, das Amts- und Landgericht, Kultureinrichtungen wie die Kunstakademie mit zahlreichen kirchlichen Einrichtungen aufeinander. In den umliegenden Gassen der Düsseldorfer Altstadt findet der Genießer zahlreiche Restaurants und Kneipen, von denen das Killepitsch und Uerige sehr bekannt sind. Ursprünglich wurde das Uehrige als das "Haus zum goldenem Helm" während des 30-jährigen Krieges erbaut, residiert heute die Likörfabrik und Weinkellerei "Kabüffke" im Erdgeschoss des Hauses. Seit mindestens 250 Jahren dient das Uerige als Hausbrauerei, heute eine der vier übrig gebliebenen Hausbrauereien in Düsseldorf. Unbeschadet durch Währungsreformen produziert das Uehrige heute „nur“ circa 20.000 Hektoliter pro Jahr – und zwar überwiegend für den Hausgebrauch. Das frische Obergärige trinkt man am liebsten im Stehen vor der Brauerei in der Altstadt – und mit Freunden.
Kulturliebhaber finden wahre Perlen in der Düsseldorfer Altstadt. Angefangen beim Schlossturm, dem letzten Rest des einst prächtigen Düsseldorfer Schlosses, der direkt am Rhein 32m hoch hinauf ragt und zum Teil noch Mauerwerk aus dem 13. Jahrhundert enthält. Als eines der Wahrzeichen der Stadt, beherbergt er heute das Düsseldorfer Schifffahrtsmuseum. Auf dem Burgplatz erinnert der Radschlägerbrunnen, entworfen von Alfred Zschorsch 1954, an den alten Brauch des Radschlagens. Der Name rührt daher, dass 1288, als „das Dorf an der Düssel“ zur Stadt erhoben wurde, Kinder vor lauter Freude so genannte Freudendreher schlugen. Kunstakademie, K20, das Filmmuseum, das Hentjes Museum für Keramik, das Heineinstitut und natürlich und natürlich das Geburtshaus des Dichters Heinrich Heine, geboren 1797. Im Erdgeschoss befindet sich heute das bekannte Literaturcafè "Schnabelewopski", in dem Poesie und Erinnerungen an den berühmten, aber zu seiner Zeit überhaupt nicht geliebten Bürger Düsseldorfs gepflegt werden können. Vor dem historischen Rathaus, in dem einst das Düsseldorfer Stadttheater untergebracht war, befindet sich das Jan Wellem Reiterdenkmal. Der Kurfürst förderte zu seinen Lebzeiten besonders Kultur und Kunst. Relikte seiner berühmten Gemäldegalerie sind im Rathaus zu sehen.
Sehr bekannt ist auch der Kirchenpfad in Düsseldorf, zu dem die barocke Andreaskirche, die "Basilika minor", bekannt als Lambertuskirche, und die nach dem Pädagogen und Liederdichter Joachim Neander (1650-1680) benannte Neanderkirche gehört.
Ein weiteres Wahrzeichen Düsseldorfs ist das Stadterhebungsmonument. Es erinnert an die Schlacht bei Worringen 1288, bei der Düsseldorfs Truppen unter Graf Adolf gegen die Truppen des Kölner Erzbischofs siegten. Am 14. August 1288 unterzeichnete Graf Adolf die Stadterhebungsurkunde.
Foto: M. Lenk
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